Auf einen Hochzeiter
1643Weil deinem schönen Lieb′ ihr Bäuchlein will geschwellen So hast du hohe Zeit ein′ Hochzeit anzustellen.
Anhören
Das Gedicht als Bild, zum Downloaden und Teilen

Interpretation
Das Gedicht "Auf einen Hochzeiter" von Johann Grob ist ein kurzes, pointiertes Werk, das sich mit der Thematik der Ehe und der gesellschaftlichen Erwartungen an eine werdende Familie auseinandersetzt. Der Titel deutet bereits darauf hin, dass sich das Gedicht an einen Mann richtet, der sich demnächst vermählen wird, vermutlich aufgrund einer Schwangerschaft seiner Partnerin. Die erste Zeile des Gedichts offenbart die zentrale Situation: Die Frau des Mannes ist schwanger, was durch den Hinweis auf ihr "schönes Lieb" und das "Bäuchlein" deutlich wird. Der Begriff "schön" deutet darauf hin, dass die Frau attraktiv und begehrt ist, was den bevorstehenden Schritt in die Ehe als eine Art logische Konsequenz erscheinen lässt. Die zweite Zeile gibt den Anstoß für die Hochzeit: Der Mann wird aufgefordert, "hohe Zeit" zu nutzen, um die Ehe einzugehen. Der Begriff "hohe Zeit" impliziert, dass es dringend ist, die Ehe einzugehen, bevor die Schwangerschaft offensichtlich wird oder bevor gesellschaftliche Normen verletzt werden. Das Gedicht spielt somit auf die gesellschaftlichen Erwartungen an, wonach eine Schwangerschaft außerhalb der Ehe als unmoralisch oder unpassend angesehen werden könnte. Insgesamt vermittelt das Gedicht einen humorvollen und zugleich kritischen Blick auf die Institution der Ehe und die gesellschaftlichen Konventionen. Es verdeutlicht, dass die Ehe oft als Lösung für ungewollte Schwangerschaften angesehen wird und dass die Gesellschaft den Druck auf Paare ausübt, sich zu vermählen, um den Anschein von Anstand und Moral zu wahren.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Ironie
- Weil deinem schönen Lieb′ ihr Bäuchlein will geschwellen So hast du hohe Zeit ein′ Hochzeit anzustellen.
- Reimschema
- AABB