Auf einen Hexametristen

Heinrich Christian Boie

unknown

Des niedern Fluges Feind, des armen Reimes Haßer Fliegt dunkel schwülstig in die Höh Sein Lied. - Es schimmert wie der Schnee, Doch löse beide auf, was bleibet übrig? - Waßer.

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Interpretation

Das Gedicht "Auf einen Hexametristen" von Heinrich Christian Boie kritisiert einen Dichter, der zwar hochtrabend und prahlerisch auftritt, aber in Wirklichkeit wenig Substanz bietet. Der Hexametrist, ein Verfechter des sechshebigen Verses, wird als jemand dargestellt, der den "niedern Flug" und den "armen Reim" verachtet. Er strebt nach Größe und Erhabenheit, doch sein Werk bleibt oberflächlich und substanzlos. Boie verwendet hier eine Metapher, um die Leere des Werkes des Hexameters zu verdeutlichen. Er vergleicht das Gedicht mit Schnee, der zwar schimmernd und schön erscheint, aber bei genauerer Betrachtung und "Auflösung" nur Wasser hinterlässt. Dies impliziert, dass das Werk des Hexameters, obwohl es auf den ersten Blick beeindruckend wirkt, bei näherer Betrachtung keine tiefere Bedeutung oder bleibenden Wert hat. Das Gedicht ist eine scharfe Kritik an der Dichtkunst, die auf Form und Ästhetik setzt, aber den Inhalt vernachlässigt. Boie fordert den Leser auf, über die Oberfläche hinauszublicken und den wahren Wert eines Werkes zu erkennen. Es ist eine Erinnerung daran, dass wahre Poesie nicht in der Prahlerei und dem Hochmut liegt, sondern in der Tiefe und Authentizität des Ausdrucks.

Schlüsselwörter

niedern fluges feind armen reimes haßer fliegt dunkel

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Stilmittel

Bildsprache
Fliegt dunkel schwülstig in die Höh
Metapher
Des niedern Fluges Feind, des armen Reimes Haßer
Rhetorische Frage
Doch löse beide auf, was bleibet übrig? - Waßer
Vergleich
Es schimmert wie der Schnee