Auf die deutsche Künstlerin

Friedrich Hebbel

1813

Ich will das rohe Feuer nicht, Das, durch kein Maß zurückgehalten, Hervor, wie aus der Hölle, bricht, Um gleich dem Element zu walten; Ich will den Funken aus den Höhn, Der sanft der Seele sich verbündet, Und langsam wachsend, immer schön, Zuletzt zur Flamme sich entzündet: Zur Flamme, die den Leib durchstrahlt, Ihn nicht verzehrt in blindem Toben, Und uns im reinsten Purpur malt, Wie sich Natur und Geist verwoben, Als wär′ zum erstenmal ein Stern In menschlicher Gestalt erschienen, Verschmolzen bis zum tiefsten Kern Mit Menschenblick und Menschenmienen! Mit dieser Flamme kröntest du Stets deine schöpfrischen Gebilde, Drum sprech′ ich dir den Lorbeer zu; Megären reiche ihn der Wilde.

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Illustration zu Auf die deutsche Künstlerin

Interpretation

Das Gedicht "Auf die deutsche Künstlerin" von Friedrich Hebbel ist eine Ode an eine Künstlerin, die mit einer besonderen Flamme arbeitet. Der Dichter preist diese Flamme als sanft und seelenvoll, im Gegensatz zu einem rohen, unkontrollierten Feuer. Er beschreibt sie als etwas, das langsam wächst und sich schließlich zur Flamme entzündet, die den Körper durchstrahlt, ohne ihn zu verzehren. Diese Flamme ist ein Symbol für die künstlerische Schöpfungskraft der Künstlerin. Der Dichter vergleicht die Künstlerin mit einem Stern, der in menschlicher Gestalt erscheint und sich mit menschlichen Blicken und Mienen verbindet. Diese Metapher verdeutlicht die einzigartige und göttliche Natur der Künstlerin. Der Dichter krönt sie mit der Flamme und verleiht ihr den Lorbeer, ein Symbol für poetische Exzellenz. Er kontrastiert dies mit dem wilden Mann, der den Lorbeer den Megären reicht, was auf die rohe und unkultivierte Natur des wilden Mannes hinweist. Insgesamt ist das Gedicht eine Hommage an die Künstlerin und ihre Fähigkeit, Kunst zu schaffen, die den Geist erhebt und den Körper durchstrahlt. Der Dichter preist ihre sanfte und seelenvolle Flamme und verleiht ihr den Lorbeer als Zeichen der Anerkennung ihrer poetischen Exzellenz.

Schlüsselwörter

flamme will rohe feuer kein maß zurückgehalten hervor

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Stilmittel

Metapher
Ich will den Funken aus den Höhn
Personifikation
Der sanft der Seele sich verbündet
Vergleich
Wie sich Natur und Geist verwoben