Auf die Berge!
1827Auf die Berge möcht ich wieder, Auf die sonnenfrohen Höhen, Wo die schönen Lüfte wehen, Aus der Stube, aus der Stadt! Ha, die Brust, voll neuer Lieder, Steig ich nieder in die Thale, Sitze wonnig müd zum Mahle, Das so viel der Freuden hat.
Schau dem Freund ins kühne Auge, Lache mit dem blauen Himmel, Mit dem ungetrübten Himmel, Mit der ganzen heitern Welt. Fühle wieder, was ich tauge, So zur Freude so zum Streite, Noch zuvor des Unmuths Beute, Weiß ich heute mich ein Held.
War die Mühe doch vergebens All der zähen Plagegeister! Zeig ich ihnen jetzt den Meister Wohl zum Spott und zum Verdruß! Freue mich so recht des Lebens, Allem Guten, Freien, Schönen Will ich glühen, will ich fröhnen, Mich erfüllt ein Genius.
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Interpretation
Das Gedicht "Auf die Berge!" von Ludwig Eichrodt ist ein leidenschaftlicher Aufruf zur Freiheit und zum Leben. Der Sprecher sehnt sich danach, die Enge der Stadt und der Stube zu verlassen und auf die sonnigen Höhen der Berge zu steigen. Dort, wo die schönen Lüfte wehen, fühlt er sich frei und voller neuer Lieder. Die Natur wird als Ort der Erholung und des Genusses dargestellt, wo man innehalten und ein Mahl einnehmen kann, das voller Freude ist. Im zweiten Teil des Gedichts betont der Sprecher die Bedeutung von Freundschaft und Gemeinschaft. Er schaut seinem Freund in die Augen und lacht mit dem blauen Himmel. Er fühlt sich stark und mutig, bereit für Freude und Kampf. Er hat den Mut, sich gegen die Mühe und die Plagegeister zu behaupten und sich als Held zu fühlen. Im letzten Teil des Gedichts feiert der Sprecher das Leben und die Schönheit der Welt. Er will sich an allem Guten, Freien und Schönen erfreuen und sich von einem Genius erfüllen lassen. Das Gedicht endet mit einem Ausbruch von Lebensfreude und Optimismus, der den Leser mitreißen soll.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anapher
- Auf die Berge möcht ich wieder, Auf die sonnenfrohen Höhen, Wo die schönen Lüfte wehen
- Hyperbel
- Weiß ich heute mich ein Held
- Kontrast
- Steig ich nieder in die Thale
- Metapher
- Mich erfüllt ein Genius
- Personifikation
- Mit dem blauen Himmel, Mit dem ungetrübten Himmel