Auf der Wanderung am Rhein
1783Nonnen-Eiland in dem Flusse, Rolandseck auf steiler Höh′, Seid gegrüßt mit gutem Gruße, Weil ich hier vorüber geh′.
Muß ich stets vorüber ziehen, Brech′ ich keine Früchte ab, Soll mir keine Laube blühen, Pflanz′ ich nie den Wanderstab?
Flüchtet, flüchtet, ihr Gedanken, Nach der süßen Ruhestatt, Die mit holden Zauberschranken Euren Flug gefangen hat.
Rückwärts, rückwärts, meine Blicke, Nach dem fernen stillen Haus, Baut euch muthig eine Brücke Ueber Berg und Thal hinaus.
Grüßet mir die frommen Kinder, Bei dem frommen, lieben Fest, Daß die Sehnsucht milder, linder Sich im Lied vernehmen läßt.
Alle Freuden, allen Segen, Himmelsfrieden, süße Ruh, Was ihr findet auf den Wegen Führet meiner Freundin zu.
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Interpretation
Das Gedicht "Auf der Wanderung am Rhein" von Max von Schenkendorf beschreibt die Gefühle eines Wanderers, der an bedeutungsvollen Orten entlang des Rheins vorbeizieht. Der Sprecher grüßt das Nonnen-Eiland im Fluss und Rolandseck auf der steilen Höhe, obwohl er nicht verweilen kann. Er reflektiert über die Vergänglichkeit seiner Reise und die Sehnsucht nach einem Ort der Ruhe und Zuflucht, der ihn magisch anzieht. In den folgenden Strophen wendet sich der Wanderer an seine Gedanken und Blicke, die er zurück zu einem fernen, stillen Haus lenkt. Er wünscht sich eine Brücke über Berg und Tal, um zu diesem Ort der Sehnsucht zu gelangen. Der Sprecher sendet Grüße an fromme Kinder bei einem lieben Fest und hofft, dass die Sehnsucht durch das Lied milder und sanfter zum Ausdruck gebracht werden kann. Das Gedicht endet mit einem Wunsch nach allen Freuden, Segen, himmlischem Frieden und süßer Ruhe für die Freundin des Wanderers. Der Sprecher bittet darum, dass all das, was auf den Wegen gefunden werden kann, zu seiner Freundin gelangen möge. Das Gedicht vermittelt eine tiefe Sehnsucht nach einem Ort der Geborgenheit und die Hoffnung, dass die Freundin all das Glück und die Zufriedenheit erfahren möge, die der Wanderer auf seiner Reise sucht.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Alle Freuden, allen Segen, Himmelsfrieden, süße Ruh, Was ihr findet auf den Wegen Führet meiner Freundin zu.
- Anapher
- Nonnen-Eiland in dem Flusse, Rolandseck auf steiler Höh′, Seid gegrüßt mit gutem Gruße, Weil ich hier vorüber geh′.
- Apostrophe
- Rückwärts, rückwärts, meine Blicke, Nach dem fernen stillen Haus, Baut euch muthig eine Brücke Ueber Berg und Thal hinaus.
- Hyperbel
- Baut euch muthig eine Brücke Ueber Berg und Thal hinaus.
- Metapher
- Daß die Sehnsucht milder, linder Sich im Lied vernehmen läßt.
- Personifikation
- Flüchtet, flüchtet, ihr Gedanken, Nach der süßen Ruhestatt, Die mit holden Zauberschranken Euren Flug gefangen hat.
- Rhetorische Frage
- Muß ich stets vorüber ziehen, Brech′ ich keine Früchte ab, Soll mir keine Laube blühen, Pflanz′ ich nie den Wanderstab?