Auf der Lichtung

Christian Wagner

1835

Sommermittag auf dem Hochwald brütet, Aber auf der Lichtung treu behütet Vom Geflechte dunkler Brombeerranken, Wachen auf des Waldes Lichtgedanken.

Falter sind es, die so farbenprächtig, Auf der Lichtung, sonnig halb und nächtig, Diese Brombeerblüten still umbeben, Purpurdisteln geistergleich umschweben.

Sagt mir an ihr stillen Geisterfalter Auf der Lichtung: Wie viel Zeitenalter Ihr im Banne laget bei den Toten, Eh ihr wurdet solche Wunderboten?

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Illustration zu Auf der Lichtung

Interpretation

Das Gedicht "Auf der Lichtung" von Christian Wagner beschreibt eine friedliche Sommerlandschaft in einem Wald. Die Hitze des Tages liegt auf dem Hochwald, aber auf einer Lichtung, die von dunklen Brombeersträuchern geschützt wird, herrscht eine ruhige und helle Atmosphäre. Dort wachen Falter als "Lichtgedanken" des Waldes. Die Falter werden als farbenprächtige Geschöpfe dargestellt, die sich auf der Lichtung zwischen Sonne und Schatten bewegen. Sie umschwirren sanft die Brombeerblüten und geistergleich die Purpurdisteln. Ihre Anwesenheit verleiht der Szene eine geisterhafte, fast überirdische Qualität. Im letzten Vers wendet sich der lyrische Sprecher direkt an die Falter und fragt nach ihrem Wesen. Er fragt, wie viele Zeitalter sie im Bann der Toten gelegen haben, bevor sie zu solchen Wunderboten wurden. Diese Frage verleiht den Faltern eine mystische, zeitlose Qualität und deutet auf eine tiefere Bedeutung ihrer Anwesenheit hin.

Schlüsselwörter

lichtung sommermittag hochwald brütet treu behütet geflechte dunkler

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Stilmittel

Anapher
Auf der Lichtung
Metapher
Waldes Lichtgedanken
Personifikation
Sommermittag brütet
Rhetorische Frage
Sagt mir an ihr stillen Geisterfalter... Wie viel Zeitenalter ihr im Banne laget bei den Toten
Vergleich
Geistergleich umschweben