Auf der Feldwacht
1841Mein Gewehr im Arme steh ich Hier verloren auf der Wacht, Still nach jener Gegend seh ich, Hab so oft dahin gedacht!
Fernher Abendglocken klingen Durch die schöne Einsamkeit; So, wenn wir zusammen gingen, Hört ichs oft in alter Zeit.
Wolken da wie Türme prangen, Als säh ich im Duft mein Wien, Und die Donau hell ergangen Zwischen Burgen durch das Grün.
Doch wie fern sind Strom und Türme! Wer da wohnt, denkt mein noch kaum, Herbstlich rauschen schon die Stürme, Und ich stehe wie im Traum.
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Interpretation
Das Gedicht "Auf der Feldwacht" von Joseph von Eichendorff beschreibt die Gefühle eines Soldaten, der auf seinem Posten steht und in Gedanken versunken ist. Der erste Vers setzt die Szene, in der der Soldat mit seinem Gewehr im Arm Wache hält. Die Einsamkeit und Stille seiner Umgebung werden betont, während er in eine bestimmte Richtung blickt und an etwas denkt, das er oft bedacht hat. Der zweite Vers führt den Klang der Abendglocken ein, der durch die schöne Einsamkeit dringt. Diese Glocken erinnern den Soldaten an vergangene Zeiten, als er mit jemandem zusammen war und den Klang der Glocken hörte. Die Glocken dienen als Auslöser für Erinnerungen und Sehnsucht nach der Vergangenheit. Im dritten Vers beschreibt der Soldat die Wolken, die wie Türme prangen und ihn an seine Heimatstadt Wien erinnern. Die Donau, die zwischen Burgen durch das Grün fließt, wird ebenfalls erwähnt. Diese Bilder symbolisieren die Schönheit und Vertrautheit seiner Heimat, die nun weit entfernt ist. Der letzte Vers betont die Distanz zwischen dem Soldaten und seiner Heimat. Er fragt sich, ob die Menschen dort noch an ihn denken. Der Herbst, der bereits mit Stürmen hereingebrochen ist, symbolisiert die Vergänglichkeit und den Wandel der Zeit. Der Soldat steht wie im Traum da, gefangen zwischen seiner gegenwärtigen Situation und den Erinnerungen an seine Heimat.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Herbstlich rauschen schon die Stürme
- Anapher
- So, wenn wir zusammen gingen, Hrt ichs oft in alter Zeit
- Metapher
- Wolken da wie Türme prangen
- Personifikation
- Herbstlich rauschen schon die Stürme
- Vergleich
- Wolken da wie Türme prangen