Auf der Auer Dult
1876Zwischen lauter bunten Dingen, Trödlerkram und Putz und Tand, Tempelleuchtern, Ketten, Ringen, Humpen und Toleder Klingen träumt ein grauer Bücherstand.
Nun, er ist nicht überlaufen! Nur ein bleicher junger Mann wühlt in dem verstaubten Haufen, um für wenig Geld zu kaufen, was er nachts verschlingen kann.
Doch sieh da! Wie viel Kollegen von der gleichen Fakultät, deren Ruhm gewohnheitswegen stets wir zu verkünden pflegen, find’ ich in dem Bücherbeet.
- Dein gedenk ich, Wilhelm Raabe! Mancher Schelm und mancher Lump, doch auch mancher feine Knabe, manche goldne Dichtergabe fault hier auf dem “Schüdderump”.
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Interpretation
Das Gedicht "Auf der Auer Dult" von Margarete Beutler beschreibt einen Bücherstand auf einem Markt, der von bunten und kitschigen Waren umgeben ist. Der Stand ist nicht sehr frequentiert, nur ein blasser junger Mann wühlt in den staubigen Büchern, um sie günstig zu erwerben und nachts zu verschlingen. Der Erzähler entdeckt jedoch viele bekannte Autoren, die auf dem Bücherstand zu finden sind, darunter Wilhelm Raabe. Trotz einiger schlechter Bücher und Autoren findet der Erzähler auch wertvolle Schätze unter den Büchern, die auf dem "Schüdderump" (Müllhaufen) liegen.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- bunten Dingen, Trödlerkram und Putz und Tand
- Anspielung
- Dein gedenk ich, Wilhelm Raabe!
- Bildsprache
- wühlt in dem verstaubten Haufen
- Ironie
- deren Ruhm gewohnheitsweisen stets wir zu verkünden pflegen
- Kontrast
- Nur ein bleicher junger Mann
- Metapher
- träumt ein grauer Bücherstand
- Personifikation
- träumt ein grauer Bücherstand
- Symbolik
- goldne Dichtergabe fault hier auf dem 'Schüdderump'