Auf den Tod von John Motherby, Königl. Regierungsrath und Hauptmann der Königsberg′schen Landw

Max von Schenkendorf

unknown

Ach! es ist ein Mann gesunken, Einer aus der Treuen Schaar, Den mit hellen Himmelsfunken Jüngst entzündet dieses Jahr.

Wie ein Held auf seinem Schilde Liegt er hier an Leipzigs Thor Auf dem deutschen Lustgefilde, Das zur Wahlstatt Gott erkor.

Sollen wir so bald dich missen? Hauptmann, deine Compagnie Will von keinem Andern wissen, Und vergißt dich nun und nie.

Vaterhaus und Vatersitte Und die Freiheit war dir werth, Also hat ein freier Britte, Hat dein Vater dich gelehrt.

Und die Kraft war dir gewachsen In der Freiheit Morgenroth, In dem schönen Lande Sachsen Lohnte dich der Freiheitstod.

Wandeln wird die Heldenkunde Nach der mütterlichen Stadt, Die mit Gott und Recht im Bunde Unsre Schaar gerüstet hat.

Hier im deutschen Boden senken Neben Gellert wir dich ein; Möchte Gott uns Allen schenken, Deines Todes werth zu sein.

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Illustration zu Auf den Tod von John Motherby, Königl. Regierungsrath und Hauptmann der Königsberg′schen Landw

Interpretation

Das Gedicht "Auf den Tod von John Motherby, Königl. Regierungsrath und Hauptmann der Königsberg'schen Landw" von Max von Schenkendorf beklagt den Tod eines Helden im Kampf für die Freiheit. Es beginnt mit der Trauer über den Verlust eines Mannes aus der treuen Schar, der im vergangenen Jahr durch himmlische Funken erweckt wurde. Der Verstorbene liegt wie ein Held auf seinem Schild vor dem Tor Leipzigs auf dem deutschen Lustgefilde, das Gott zur Wahlstatt erwählt hat. Das Gedicht betont die Bedeutung des Toten für seine Kameraden, die ihn nicht missen wollen und sich an ihn erinnern werden. Es hebt seine Herkunft aus einem Vaterhaus hervor, das Wert auf Vatersitte und Freiheit legte, und seine Erziehung durch einen freien Briten. Die Kraft, die er erlangte, wurzelt in der Freiheit und wurde in Sachsen belohnt, indem er den Freiheitstod starb. Schließlich wird die Heldenkunde nach der mütterlichen Stadt wandeln, die mit Gott und Recht im Bunde die Schar ausgerüstet hat. Der Verstorbene wird neben Gellert in den deutschen Boden gesenkt, und der Dichter wünscht sich, dass Gott allen die Würde schenkt, seines Todes würdig zu sein.

Schlüsselwörter

gott schaar deutschen freiheit werth mann gesunken treuen

Wortwolke

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Stilmittel

Alliteration
Vaterhaus und Vatersitte
Anspielung
Wandeln wird die Heldenkunde / Nach der mütterlichen Stadt
Bildsprache
In der Freiheit Morgenroth
Hyperbel
Und vergißt dich nun und nie
Metapher
Wie ein Held auf seinem Schilde / Liegt er hier an Leipzigs Thor
Personifikation
Das zur Wahlstatt Gott erkor
Rhetorische Frage
Sollen wir so bald dich missen?
Symbolik
Lohnte dich der Freiheitstod
Vergleich
Neben Gellert wir dich ein