Auf dem Schlachtfelde von Aspern

Anastasius Grün

1869

Herbstlich über Asperns Fluren schien die Sonne müd’ und lau, Störche schifften schon nach Süden durch der Lüfte ruhig Blau, Ueber stille weite Felder schritt ich einsam, unbelauscht, Und mit mir ein kalter Herbstwind, der durch fahle Stoppeln rauscht.

Dachte dessen jüngst der Landmann, als er hier die Garben wand, Daß in einem Menschenherzen manche ihrer Wurzeln stand? Denkt der Städter, wenn beim Mahle er sein weißes Brod genießt, Daß gedüngt es mit dem Blute eines Heldenbruders ist?

Aus der Lava, die einst glühend vom Vesuv herniederquoll, Blüh’n, wie Leben aus dem Tode, saft’ge Reben, grün und voll; Doch die ihren Wein einst trinken unter kühlem Laubendach, Dem Vesuv und seinen Schrecken sinnen sie wohl schwerlich nach!

Hier auch hat all’ seine Schrecken ausgetobt einst ein Vulkan, Blut’ge, glüh’nde Lavafluthen überströmten rings den Plan, Schwarzer Rauch und Nachtgewölke hüllte tief den Himmel ein, Wetterschläge krachten donnernd, Blitze zuckten flammend drein!

Wie dort am Vesuv die Lava einst manch’ heitre Stadt verschlang, So begrub sie viel der Edlen hier die weite Flur entlang; Hundert Städte zu beleben, reichte wahrlich ihre Zahl, Und nicht minder schön glomm ihnen noch des Lebens sonn’ger Strahl!

Gleich an frommer Kraft und Weisheit jenem edlen Plinius, Der dort rettend seine Mutter trug durch Nacht und Lavaguß, Also Carl, du hoher Sieger, trugst du kühn und glorreich da Aus den Flammen und den Schrecken deine Mutter Austria!

Manch’ gewaltiges Jahrhundert schritt schon am Vesuv vorbei; Sieh, der fernsten Enkel Spaten schlägt der Lava Krust’ entzwei, Und es steigt aus Schutt und Asche eine heitre Stadt ans Licht, Manch’ ein Götterbild und Tempel, manch’ unsterbliches Gedicht!

Oestreichs Herkulanum nenn’ ich, ihr Gefilde Asperns, euch! Wär’ an edlen heil’gen Schätzen euer Schooß wohl minder reich? Wahrlich, stieg’ in eure Tiefen rechten Sinns der rechte Mann, Bald das Götterbild der Freiheit brächt’ er uns ans Licht hinan! –

Wallt dann wieder einst durchs weite reiche Saatgefild mein Fuß, O dann nickt wohl jede Aehre mit dem Haupt mir heitren Gruß; Und wie Geisterharfen säuselt’s aus den goldnen Halmen leis: »Nicht umsonst floß unser Herzblut, denn es trug euch schönen Preis!«

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Illustration zu Auf dem Schlachtfelde von Aspern

Interpretation

Das Gedicht "Auf dem Schlachtfelde von Aspern" von Anastasius Grün thematisiert die Schlacht von Aspern und deren Nachwirkungen. Es beginnt mit einer herbstlichen Szenerie, in der der Sprecher über die Felder von Aspern schreitet und an die Schlacht denkt, die einst dort stattfand. Das Gedicht vergleicht die Schlacht von Aspern mit dem Ausbruch des Vesuvs, bei dem Lava und Asche Städte begruben, aber auch neues Leben hervorbrachten. Der Sprecher erwähnt den Mut und die Weisheit des österreichischen Kaisers Karl, der seine Mutter Österreich aus den Flammen und Schrecken rettete. Das Gedicht endet mit der Hoffnung, dass aus den Tiefen von Aspern ein Götterbild der Freiheit ans Licht gebracht werden könnte und dass die Opfer der Schlacht nicht umsonst geflossen sind. Das Gedicht "Auf dem Schlachtfelde von Aspern" von Anastasius Grün handelt von der Schlacht von Aspern und deren Auswirkungen. Es beginnt mit einer herbstlichen Szenerie, in der der Sprecher über die Felder von Aspern wandert und an die Schlacht denkt, die einst dort stattfand. Das Gedicht vergleicht die Schlacht von Aspern mit dem Ausbruch des Vesuvs, bei dem Lava und Asche Städte begruben, aber auch neues Leben hervorbrachten. Der Sprecher erwähnt den Mut und die Weisheit des österreichischen Kaisers Karl, der seine Mutter Österreich aus den Flammen und Schrecken rettete. Das Gedicht endet mit der Hoffnung, dass aus den Tiefen von Aspern ein Götterbild der Freiheit ans Licht gebracht werden könnte und dass die Opfer der Schlacht nicht umsonst geflossen sind. Das Gedicht "Auf dem Schlachtfelde von Aspern" von Anastasius Grün thematisiert die Schlacht von Aspern und deren Auswirkungen. Es beginnt mit einer herbstlichen Szenerie, in der der Sprecher über die Felder von Aspern wandert und an die Schlacht denkt, die einst dort stattfand. Das Gedicht vergleicht die Schlacht von Aspern mit dem Ausbruch des Vesuvs, bei dem Lava und Asche Städte begruben, aber auch neues Leben hervorbrachten. Der Sprecher erwähnt den Mut und die Weisheit des österreichischen Kaisers Karl, der seine Mutter Österreich aus den Flammen und Schrecken rettete. Das Gedicht endet mit der Hoffnung, dass aus den Tiefen von Aspern ein Götterbild der Freiheit ans Licht gebracht werden könnte und dass die Opfer der Schlacht nicht umsonst geflossen sind.

Schlüsselwörter

einst vesuv manch weite lava schrecken edlen asperns

Wortwolke

Wortwolke zu Auf dem Schlachtfelde von Aspern

Stilmittel

Alliteration
Kalter Herbstwind, der durch fahle Stoppeln rauscht
Anspielung
Der dort rettend seine Mutter trug durch Nacht und Lavaguß
Bildsprache
Aus der Lava, die einst glühend vom Vesuv herniederquoll, Blüh’n, wie Leben aus dem Tode, saft’ge Reben, grün und voll
Hyperbel
Hundert Städte zu beleben, reichte wahrlich ihre Zahl
Kontrast
Hier auch hat all’ seine Schrecken ausgetobt einst ein Vulkan
Metapher
Bald das Götterbild der Freiheit brächt’ er uns ans Licht hinan
Personifikation
Und wie Geisterharfen säuselt’s aus den goldnen Halmen leis
Rhetorische Frage
Wär’ an edlen heil’gen Schätzen euer Schooß wohl minder reich?
Symbolik
»Nicht umsonst floß unser Herzblut, denn es trug euch schönen Preis!«
Vergleich
Gleich an frommer Kraft und Weisheit jenem edlen Plinius