Auf das Zerbrechen eines Glases durch den Ton

Daniel Morhof

1682

Was denn? durch einen Ton die Gläser zu zerkerben, Ist es wohl wert, daß man mit solchem Unterricht Um ein zerbrechlich Glas den Kopf ihm so zerbricht? Wie bald kann doch ein Glas, wie bald ein Schall ersterben?

Brecht nur die Hälse nicht! Glas und Papier verderben Steht jedem frei. Sonst bricht man nur und bauet nicht. Es steht zum fall und Bruch. Man bricht Wort, Eid und Pflicht. Seht alles durch und durch, es sind zerbrochne Scherben.

Der große Häfner hat uns Hafen gleich gemacht. Ist dieser, jener gleich zu feinern Tone bracht, Und etwa durch den Glanz zu einen Glas erläutert,

Was hilft’s du bist doch, Glas, nur eitel Glanz und Staub, Das auch die Luft zerschellt. Wir sind der Zeiten Raub, Bis der Posaunen Schall das ganze Werk zerscheitert.

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Illustration zu Auf das Zerbrechen eines Glases durch den Ton

Interpretation

Das Gedicht "Auf das Zerbrechen eines Glases durch den Ton" von Daniel Morhof handelt von der Vergänglichkeit und Zerbrechlichkeit des Lebens. Der Autor verwendet das Beispiel eines zerbrochenen Glases, das durch einen Ton zerbrochen ist, um die Fragilität und Vergänglichkeit des menschlichen Daseins zu verdeutlichen. Der erste Vers des Gedichts stellt die Frage, ob es sich lohnt, sich über das Zerbrechen eines Glases durch einen Ton so aufzuregen. Der Autor weist darauf hin, dass sowohl ein Glas als auch ein Ton schnell vergehen können. Der zweite Vers ermutigt den Leser, nicht die Hälse zu brechen, sondern stattdessen zu bauen und zu schaffen. Der Autor betont, dass alles im Leben vergänglich ist und dass man sich nicht zu sehr an Dingen oder Menschen binden sollte. Im dritten Vers vergleicht der Autor den Menschen mit einem Glas, das von einem großen Häfner hergestellt wurde. Der Autor stellt fest, dass der Mensch, wie das Glas, nur aus Staub und Glanz besteht und von der Zeit beherrscht wird. Der letzte Vers beschreibt, wie der Posaunen Schall das gesamte Werk zerstört und alles in Schutt und Asche legt. Das Gedicht endet mit der Erkenntnis, dass alles im Leben vergänglich ist und dass man sich nicht zu sehr an Dingen oder Menschen binden sollte.

Schlüsselwörter

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Wortwolke

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Stilmittel

Alliteration
zerbrochne Scherben
Bildsprache
bis der Posaunen Schall das ganze Werk zerscheitert
Hyperbel
Um ein zerbrechlich Glas den Kopf ihm so zerbricht
Ironie
Was hilft's du bist doch, Glas, nur eitel Glanz und Staub
Metapher
Wir sind der Zeiten Raub
Parallelismus
Man bricht Wort, Eid und Pflicht