Auf Beatricens Tod

Dante Alighieri

1290

Weint, Liebende, da Amor selber weint, Und laßt den Grund mich seiner Trauer sagen: Kupido hört viel Frauen jammernd klagend, Aus deren Augen herber Kummer scheint,

Weil der hartherzige Tod als grauser Feind Zerstört mit eines edlen Herzens Schlagen, Was auf der Welt den höchsten Ruhm soll tragen Bei edler Fraun, wenn sich′s der Ehre eint.

Hört, welche Ehre Amor ihr bezeugte: Leibhaftig sah ich ihn, wie er sich beugte Klagend zur holden schlummernden Gestalt,

Und immer wieder auf zum Himmel schaute, Wo selig als verklärtet Geist nun wallt, Die hier als Mädchen unser Herz erbaute.

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Interpretation

Das Gedicht "Auf Beatricens Tod" von Dante Alighieri beschreibt den tiefen Schmerz und die Trauer, die der Tod der geliebten Beatrice hervorruft. Der Sprecher ruft die Liebenden dazu auf, zu weinen, da selbst Amor selbst trauert. Der Grund für diese Trauer wird offenbart: Der grausame Tod hat das Herz einer edlen Frau zerstört, die den höchsten Ruhm unter den Frauen verdient hätte. Die Ehre, die Amor ihr erwies, wird betont, indem er selbst den schlafenden Körper der Frau beklagt und zum Himmel aufblickt, wo ihre Seele nun als verklärter Geist weilt. Dante Alighieri verwendet in diesem Gedicht eine sehr emotionale Sprache, um die tiefe Trauer und den Schmerz über den Verlust von Beatrice auszudrücken. Die Verwendung von Personifikationen wie Amor und Tod verleiht dem Gedicht eine dramatische und poetische Note. Die Beschreibung des Herzens als etwas, das "den höchsten Ruhm tragen soll", unterstreicht die Bedeutung und den Wert von Beatrice in den Augen des Sprechers. Das Gedicht endet mit einem hoffnungsvollen Ton, da die Seele von Beatrice nun im Himmel als verklärter Geist weilt. Dies gibt dem Leser das Gefühl, dass der Tod nicht das Ende ist und dass die Liebe und die Erinnerung an Beatrice ewig weiterleben werden. Die Verwendung von religiösen Bildern wie dem Himmel und dem verklärten Geist verstärkt diesen Eindruck und gibt dem Gedicht eine spirituelle Dimension.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Bildsprache
Hört, welche Ehre Amor ihr bezeugte
Hyperbel
Was auf der Welt den höchsten Ruhm soll tragen
Metapher
Weint, Liebende, da Amor selber weint
Personifikation
Kupido hört viel Frauen jammernd klagend
Symbolik
Wo selig als verklärtet Geist nun wallt