Aschermittwoch
1914Gesten noch ging ich gepudert und süchtig In der vielbunten tönenden Welt. Heute ist alles schon lange ersoffen.
Hier ist ein Ding. Dort ist ein Ding. Etwas sieht so aus. Etwas sieht anders aus. Wie leicht pustet einer die ganze Blühende Erde aus.
Der Himmel ist kalt und blau. Oder der Mond ist gelb und platt. Ein Wald hat viele einzelne Bäume.
Ist nichts mehr zum Weinen. Ist nichts mehr zum Schreien. Wo bin ich -
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Interpretation
Das Gedicht "Aschermittwoch" von Alfred Lichtenstein thematisiert den Verlust der Sinnlichkeit und des Lebenswillens. Der Sprecher beschreibt, wie er einst in einer bunten, klingenden Welt lebte, aber heute alles ertrunken ist. Die Welt erscheint ihm nun als eine Ansammlung von Dingen, die keine Bedeutung mehr haben. Der Himmel ist kalt und blau, der Mond gelb und platt, ein Wald besteht aus vielen einzelnen Bäumen. Es gibt nichts mehr, worüber man weinen oder schreien könnte. Der Sprecher ist verloren und weiß nicht, wo er ist. Das Gedicht "Aschermittwoch" von Alfred Lichtenstein ist ein expressionistisches Werk, das die Gefühlswelt des Sprechers in einer Zeit des Umbruchs und der Krise widerspiegelt. Der Titel bezieht sich auf den christlichen Feiertag, der den Beginn der Fastenzeit markiert und an die Vergänglichkeit des Lebens erinnert. Das Gedicht verwendet eine einfache, aber eindringliche Sprache, um die Leere und die Verzweiflung des Sprechers auszudrücken. Das Gedicht endet mit einer Frage, die die Unsicherheit und die Suche nach dem Sinn des Lebens verdeutlicht.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Kontrast
- Der Himmel ist kalt und blau. Oder der Mond ist gelb und platt.
- Metapher
- Wie leicht pustet einer die ganze Blühende Erde aus
- Rhetorische Frage
- Wo bin ich -
- Wiederholung
- Ist nichts mehr zum Weinen. Ist nichts mehr zum Schreien.