Aschermittwoch
1834Wirf den Schmuck, schönbusiges Weib, zur Seite, Schlaf und Andacht teilen den Rest der Nacht nun; Laß den Arm, der noch die Geliebte festhält, Sinken, o Jüngling!
Nicht vermummt mehr schleiche die Liebe, nicht mehr Tret′ im Takt ihr schwebender Fuß den Reigen, Nicht verziehn mehr werde des leisen Wortes Üppige Keckheit!
Mitternacht ankünden die Glocken, ziehn euch Rasch vom Mund weg Küsse zugleich und Weinglas: Spiel und Ernst trennt stets ein gewagter, kurzer, Fester Entschluß nur.
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Interpretation
Das Gedicht "Aschermittwoch" von August von Platen thematisiert den Übergang von der ausgelassenen Karnevalszeit zur ernsten Fastenzeit. Es richtet sich an zwei Personen, eine schöne Frau und einen Jüngling, und fordert sie auf, den Schmuck und die leidenschaftlichen Umarmungen abzulegen. Die Nacht wird nun geteilt zwischen Schlaf und Andacht, was den Wandel von weltlichen Genüßen zur spirituellen Besinnung symbolisiert. Der zweite Teil des Gedichts beschreibt den Abschied von den karnevalistischen Bräuchen. Die Liebe schleicht nicht mehr vermummt durch die Straßen, und der tanzende Fuß tritt nicht mehr im Takt. Die üppige Keckheit der leisen Worte verstummt. Die Mitternachtsglocken läuten den Übergang ein und reißen die Menschen mit einem Schlag von den Küssen und dem Weinglas fort. Spiel und Ernst werden nun durch einen festen Entschluss getrennt, was den Bruch mit der ausgelassenen Zeit symbolisiert. Insgesamt vermittelt das Gedicht einen ernsten und nachdenklichen Ton. Es beschwört den Wandel von der ausgelassenen Karnevalszeit zur besinnlichen Fastenzeit und fordert die Menschen auf, sich auf die spirituelle Besinnung einzulassen. Die Sprache ist bildhaft und metaphorisch, was die Symbolik des Übergangs unterstreicht.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Tret im Takt ihr schwebender Fuß den Reigen
- Kontrast
- Spiel und Ernst trennt stets ein gewagter, kurzer, Fester Entschluß nur
- Metapher
- Wirf den Schmuck, schönbusiges Weib, zur Seite
- Parallelismus
- Schlaf und Andacht teilen den Rest der Nacht nun
- Personifikation
- Nicht vermummt mehr schleiche die Liebe