Armuth
1605Franckreich mag durch seinen König zwar der Leute Kröpffe heilen; Armut aber kan was beßres: kan der Hoffart Kropff zertheilen.
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Interpretation
Das Gedicht "Armuth" von Friedrich Freiherr von Logau stellt einen Kontrast zwischen dem französischen König und der Armut dar. Der König wird als jemand dargestellt, der die Menschen heilen kann, was vermutlich auf die medizinischen Fähigkeiten der Monarchie anspielt. Die Armut hingegen wird als etwas beschrieben, das noch besser ist, da sie die "Hoffart Kropff zertheilen" kann. Dies deutet darauf hin, dass die Armut die Fähigkeit hat, den Stolz und die Arroganz der Menschen zu brechen. Die Verwendung des Wortes "Kropff" in diesem Kontext ist interessant, da es sowohl für eine körperliche Krankheit als auch für einen moralischen Makel stehen kann. Die Armut wird hier als etwas dargestellt, das nicht nur körperliches Leiden lindern, sondern auch die Seele reinigen kann. Es wird impliziert, dass die Armut eine Art moralische Reinigung bewirkt, indem sie den Menschen ihre Überheblichkeit nimmt. Die abschließende Zeile des Gedichts, "kan der Hoffart Kropff zertheilen", fasst die zentrale Botschaft zusammen. Die Armut wird als ein mächtiges Instrument dargestellt, das den Stolz und die Selbstgefälligkeit der Menschen brechen kann. Dies könnte als eine Kritik an der Gesellschaft verstanden werden, die den Wert der Armut und ihre Fähigkeit, den Menschen Demut zu lehren, unterschätzt.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Kontrast
- Franckreich mag durch seinen König zwar der Leute Kröpffe heilen; Armut aber kan was beßres
- Metapher
- der Hoffart Kropff zertheilen
- Personifikation
- Armut