Armes Kind, es fleht dies Lied

Clemens Brentano

1834

Armes Kind, es fleht dies Lied, Denke nicht, wer es gesungen, Wie der Herr, der auch nur sieht Auf die Herzen und nicht auf die Zungen.

Da ihm heut die Gnade ward, Die kein Heiliger verdienet, Sei dem Bruder auch nicht hart, Sei mit dem Getrennten ausgesühnet.

O vergib mir, so ich dich Je mit Wort und Tat verletzet, Recht von Herzen schmerzt es mich, Sei dir reichlich mit Gebet ersetzet.

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Interpretation

Das Gedicht "Armes Kind, es fleht dies Lied" von Clemens Brentano ist eine tiefgründige Reflexion über Vergebung und die menschliche Fähigkeit zur Reue. Das "arme Kind" symbolisiert hier die Stimme der Unschuld und Verletzlichkeit, die um Verständnis und Nachsicht bittet. Der Sprecher appelliert an die Leser, nicht nach den Worten zu urteilen, sondern nach den Absichten und dem Herzen, das dahintersteht. Dies unterstreicht die Idee, dass wahre Absichten wichtiger sind als äußere Erscheinungen oder Worte. In der zweiten Strophe wird das Thema der Gnade und Vergebung weiter vertieft. Der Sprecher erkennt an, dass er selbst Gnade empfangen hat, die er nicht verdient hat, und fordert daher andere auf, ebenfalls nachsichtig zu sein. Die Erwähnung des "Getrennten" deutet auf eine Versöhnung hin, die notwendig ist, um Frieden und Harmonie wiederherzustellen. Dies betont die Wichtigkeit von Vergebung und Versöhnung in menschlichen Beziehungen. Die letzte Strophe ist ein aufrichtiges Bekenntnis der Reue. Der Sprecher bittet um Vergebung für alle Worte und Taten, die andere verletzt haben könnten. Die Betonung, dass der Schmerz "recht von Herzen" kommt, unterstreicht die Aufrichtigkeit der Reue. Das Versprechen, dies durch Gebete wettzumachen, zeigt den Wunsch, Wiedergutmachung zu leisten und die Beziehung zu heilen. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine Botschaft der Demut, Vergebung und der Bedeutung innerer Aufrichtigkeit.

Schlüsselwörter

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Wortwolke

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Stilmittel

Anapher
Armes Kind, es fleht dies Lied
Apostrophe
O vergib mir, so ich dich
Hyperbel
Die kein Heiliger verdienet
Metapher
Sei dir reichlich mit Gebet ersetzet
Personifikation
Wie der Herr, der auch nur sieht