Armer Haushalt
1943Weh, wer ohne rechte Mittel Sich der Poesie vermählt! Täglich dünner wird der Kittel, Und die Milch im Hause fehlt.
Ängstlich schwitzend muß er sitzen, Fort ist seine Seelenruh, Und vergeblich an den Zitzen Zupft er seine magre Kuh.
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Interpretation
Das Gedicht "Armer Haushalt" von Wilhelm Busch thematisiert die Schwierigkeiten und Entbehrungen, die mit einem Leben als armer Dichter einhergehen. Der Titel deutet bereits auf die prekäre finanzielle Situation hin, in der sich der Protagonist befindet. Die erste Strophe beschreibt die alltäglichen Nöte des Dichters. Sein "Kittel", ein Symbol für seine Armut, wird immer dünner, und es fehlt sogar an grundlegenden Nahrungsmitteln wie Milch im Haushalt. Diese Bilder vermitteln eindrücklich die materielle Not, in der der Dichter lebt. Die zweite Strophe verdeutlicht die psychische Belastung, die diese Situation mit sich bringt. Der Dichter sitzt "ängstlich schwitzend" da und kann seine "Seelenruh" nicht finden. Der Versuch, an den "Zitzen seiner magren Kuh" zu zupfen, ist vergeblich und symbolisiert die ausweglose Lage, in der er sich befindet. Insgesamt zeichnet das Gedicht ein düsteres Bild vom Leben eines armen Dichters. Es verdeutlicht die Opfer und Entbehrungen, die oft mit dem Streben nach künstlerischer Schöpfung einhergehen. Busch nutzt dabei eindringliche Bilder und eine einfache, direkte Sprache, um die prekäre Situation des Protagonisten zu vermitteln.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Täglich dünner wird der Kittel
- Hyperbel
- Ängstlich schwitzend muß er sitzen
- Metapher
- Und seine magre Kuh
- Personifikation
- Und die Milch im Hause fehlt