Arie
1877Schließt euch, geliebte Blicke, nach der Umarmung zu, fühllos Gefühl erquicke dein Blut im Schoß der Ruh'.
Löst euch, geliebte Glieder, reizendes Haupt, sink hin, ein fächelndes Gefieder besänftige jeden Sinn.
Dämmrung vor dich zu schatten, heb ich die Hand ins Licht: fühls nicht, und fühl nur matten den Tag vor dem Gesicht.
Fühls nicht, und mich lass fühlen, wie die mich nun noch presst, die leichte Hand, vom Kühlen entseelt, mich halb entlässt -
Und wie ein Traum die feuchten Lippen dir halb entschließt - schließt euch, geliebte Leuchten. auch wer euch träumt, genießt.
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Interpretation
Das Gedicht "Arie" von Rudolf Borchardt ist ein sinnliches und erotisches Werk, das die Intensität einer leidenschaftlichen Umarmung und die darauffolgende Entspannung beschreibt. Der Sprecher fordert die Geliebten auf, sich nach der Umarmung zu schließen und in die Ruhe zu sinken, während er die Empfindungen und Bilder der körperlichen Nähe und der nachlassenden Leidenschaft beschreibt. Die zweite Strophe setzt das Thema der Entspannung fort, indem der Sprecher die Geliebten auffordert, sich zu lösen und das Haupt sinken zu lassen. Das Bild des "fächelnden Gefieders" symbolisiert die sanfte Berührung und das Besänftigen der Sinne, was auf eine zärtliche und liebevolle Atmosphäre hindeutet. In der dritten und vierten Strophe beschreibt der Sprecher die Dämmerung, die sich vor das Gesicht der Geliebten legt, und die Hand, die er ins Licht hebt. Die Empfindungen werden als "matt" und "kühl" beschrieben, was auf eine nachlassende Leidenschaft und eine gewisse Distanz hindeutet. Der Sprecher fordert die Geliebten auf, sich zu schließen und zu genießen, auch wenn sie nur geträumt werden, was auf eine Sehnsucht nach der verlorenen Intensität der Umarmung hindeutet.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anapher
- Schließt euch, geliebte Blicke, nach der Umarmung zu, fühllos Gefühl erquicke dein Blut im Schoß der Ruh'. Löscht euch, geliebte Glieder, reizendes Haupt, sink hin, ein fächelndes Gefieder besänftige jeden Sinn.
- Bildsprache
- Ein fächelndes Gefieder besänftige jeden Sinn
- Hyperbel
- Auch wer euch träumt, genießt
- Kontrast
- Fühls nicht, und mich lass fühlen
- Personifikation
- Schließt euch, geliebte Blicke