Architekt

Wilhelm Friedrich Waiblinger

1804

Das ist schlimm, wie die Architektur so schrecklich gefallen, Darum bin ich nach Rom, bess′res zu lernen, gereist. Jahrlang hab′ ich daselbst das Pantheon und den Farnese, Tempel, Basiliken und alle Paläste studirt. So erlernt′ ich guten Geschmack; die ästhetischen Regeln Wend′ ich zu Hause nun auf Hühner- und Schweinestall an.

Anhören

Das Gedicht als Bild, zum Downloaden und Teilen

Illustration zu Architekt

Interpretation

Das Gedicht "Architekt" von Wilhelm Friedrich Waiblinger beschäftigt sich mit dem Thema der Architektur und der Suche nach ästhetischem Geschmack. Der Erzähler drückt seine Enttäuschung über den aktuellen Zustand der Architektur aus und beschließt, nach Rom zu reisen, um von den Meisterwerken der Antike zu lernen. Dort studiert er das Pantheon, den Farnese, Tempel, Basiliken und Paläste, um seinen Geschmack zu verfeinern und die ästhetischen Regeln zu verstehen. Die Reise nach Rom symbolisiert den Wunsch nach Wissen und Verbesserung. Der Erzähler ist bereit, Zeit und Mühe zu investieren, um seine Fähigkeiten zu erweitern und sich von den besten Beispielen der Architektur inspirieren zu lassen. Die Erwähnung spezifischer Gebäude wie dem Pantheon und dem Farnese unterstreicht die Bedeutung dieser Orte als Quellen der Inspiration und des Lernens. Die Ironie des Gedichts wird in der letzten Zeile deutlich, als der Erzähler die erlernten ästhetischen Regeln auf Hühner- und Schweineställe anwendet. Diese unerwartete Wendung verdeutlicht die Kluft zwischen hoher Kunst und alltäglicher Praxis. Es könnte auch eine Kritik an der Anwendung von großartigen Ideen auf banale Zwecke sein, was die Diskrepanz zwischen Ideal und Realität hervorhebt. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine Botschaft über die Suche nach Perfektion und die manchmal ironische Realität, in der gelernte Prinzipien auf unerwartete Weise angewendet werden. Es regt zum Nachdenken über den Wert und die Anwendung von Wissen an und stellt die Frage, ob die Verfolgung von Schönheit und Perfektion immer zu den erwarteten Ergebnissen führt.

Schlüsselwörter

schlimm architektur schrecklich gefallen darum rom bess res

Wortwolke

Wortwolke zu Architekt

Stilmittel

Hyperbel
Jahrlang hab' ich daselbst das Pantheon und den Farnese, Tempel, Basiliken und alle Paläste studirt.
Ironie
So erlernt' ich guten Geschmack; die ästhetischen Regeln Wend' ich zu Hause nun auf Hühner- und Schweinestall an.