Archimedes und der Schüler

Friedrich von Schiller

1805

Zu Archimedes kam ein wissbegieriger Jüngling. “Weihe mich,” sprach er zu ihm, “ein in die göttliche Kunst, Die so herrliche Frucht dem Vaterlande getragen, Und die Mauern der Stadt vor der Sambuca beschützt!” “Göttlich nennst du die Kunst? Sie ist′s,” versetzte der Weise; “Aber das war sie, mein Sohn, eh sie dem Staat noch gedient. Willst du nur Früchte von ihr, die kann auch die Sterbliche zeugen Wer um die Göttin freit, suche in ihr nicht das Weib.”

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Illustration zu Archimedes und der Schüler

Interpretation

Das Gedicht "Archimedes und der Schüler" von Friedrich von Schiller behandelt die Beziehung zwischen Wissen und seiner Anwendung. Ein wissbegieriger Jüngling sucht die Weisheit des Archimedes, um die göttliche Kunst zu erlernen, die dem Vaterland fruchtbare Ergebnisse gebracht hat. Der Jüngling ist von den praktischen Auswirkungen dieser Kunst beeindruckt und möchte sie erlernen, um ebenfalls dem Staat dienen zu können. Archimedes antwortet dem Jüngling mit einer tiefgründigen Einsicht. Er bestätigt zwar die Göttlichkeit der Kunst, betont jedoch, dass diese Göttlichkeit bereits vor ihrer Anwendung zum Wohle des Staates bestand. Archimedes deutet an, dass die wahre Kunst und Weisheit in ihrem intrinsischen Wert liegt, nicht nur in ihren äußeren Früchten. Er warnt den Jüngling davor, die Kunst nur um ihrer praktischen Vorteile willen zu erlernen. Die abschließende Metapher von Archimedes vergleicht die Kunst mit einer Göttin. Er rät dem Jüngling, die Kunst nicht nur als Mittel zum Zweck zu betrachten, sondern sie in ihrer ganzen Schönheit und Tiefe zu schätzen. Archimedes fordert den Jüngling auf, die Kunst um ihrer selbst willen zu lieben und nicht nur wegen der Vorteile, die sie bringen kann. Das Gedicht vermittelt somit die Botschaft, dass wahre Weisheit und Kunst um ihrer selbst willen geschätzt werden sollten, nicht nur wegen ihrer praktischen Anwendungen.

Schlüsselwörter

kunst archimedes kam wissbegieriger jüngling weihe sprach göttliche

Wortwolke

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Stilmittel

Anspielung
die Mauern der Stadt vor der Sambuca beschützt
Gleichnis
Wer um die Göttin freit, suche in ihr nicht das Weib
Metapher
Archimedes kam ein wissbegieriger Jüngling
Personifikation
die Göttin
Rhetorische Frage
Willst du nur Früchte von ihr, die kann auch die Sterbliche zeugen