Arbeite
1822Du Mann im schlechten blauen Kittel, Arbeite! Schaffe Salz und Brot! Arbeite! Arbeit ist ein Mittel, Probat für Pestilenz und Not.
Arbeite! Rühre deine Arme! Arbeite sechzehn Stunden so! Arbeite! Nachts ja lacht das warme, Das Lager dir von faulem Stroh.
Arbeite! Hast ja straffe Sehnen. Arbeite! Denk, mit schwangerem Leib Harrt in der Hütte dein mit Tränen Ein schönes leichenbleiches Weib.
Arbeite! Gleich der Stirn der Rinder Ist ja die deine breit und dick. Arbeite! Deine nackten Kinder, Die küssen dich, kehrst du zurück.
Arbeite bis die Adern klopfen! Arbeite bis die Rippe kracht! Arbeite bis die Schläfen tropfen - Du bist zur Arbeit ja gemacht!
Arbeite bis die Sinne schwinden! Arbeite bis die Kraft versiegt! Arbeite! - Wirst ja Ruhe finden, Wenn dein Gebein im Grabe liegt.
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Interpretation
Das Gedicht "Arbeite" von Georg Ludwig Weerth ist eine scharfe Kritik an der ausbeuterischen Arbeitsmoral des 19. Jahrhunderts. Der Sprecher fordert den "Mann im schlechten blauen Kittel" auf, unermüdlich zu arbeiten, um sich und seine Familie zu ernähren. Die Wiederholung des Imperativs "Arbeite!" und die Aufzählung der Opfer, die der Arbeiter bringen muss, verdeutlichen die unerbittliche Natur der Arbeitsanforderungen. Das Gedicht schildert die harten Lebensbedingungen des Arbeiters: Er muss sechzehn Stunden am Tag arbeiten, schläft auf faulem Stroh und seine Frau erwartet ein Kind in einer Hütte. Die Bilder von "schwangerem Leib" und "leichenbleiches Weib" vermitteln die körperliche und emotionale Belastung der Familie. Der Arbeiter wird als "breit und dick" beschrieben, was auf seine einfache, körperliche Natur hinweist. Die letzte Strophe des Gedichts ist besonders zynisch. Sie suggeriert, dass der Arbeiter nur im Tod Ruhe finden wird, wenn sein "Gebein im Grabe liegt". Dies unterstreicht die Ausbeutung und Entmenschlichung der Arbeiterklasse, die bis zum Tod ausgebeutet wird. Das Gedicht ist eine kraftvolle Anklage gegen die sozialen Missstände der Zeit und ein Plädoyer für die Rechte der Arbeiter.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anapher
- Arbeite! Schaffe Salz und Brot! Arbeite! Arbeit ist ein Mittel, Probat für Pestilenz und Not. Arbeite! Rühre deine Arme! Arbeite sechzehn Stunden so! Arbeite! Nachts ja lacht das warme, Das Lager dir von faulem Stroh. Arbeite! Hast ja straffe Sehnen. Arbeite! Denk, mit schwangerem Leib Harrt in der Hütte dein mit Tränen Ein schönes leichenbleiches Weib. Arbeite! Gleich der Stirn der Rinder Ist ja die deine breit und dick. Arbeite! Deine nackten Kinder, Die küssen dich, kehrst du zurück. Arbeite bis die Adern klopfen! Arbeite bis die Rippe kracht! Arbeite bis die Schläfen tropfen - Du bist zur Arbeit ja gemacht! Arbeite bis die Sinne schwinden! Arbeite bis die Kraft versiegt! Arbeite! - Wirst ja Ruhe finden, Wenn dein Gebein im Grabe liegt.
- Bildsprache
- Arbeite bis die Adern klopfen! Arbeite bis die Rippe kracht! Arbeite bis die Schläfen tropfen - Du bist zur Arbeit ja gemacht! Arbeite bis die Sinne schwinden! Arbeite bis die Kraft versiegt! Arbeite! - Wirst ja Ruhe finden, Wenn dein Gebein im Grabe liegt.
- Hyperbel
- Arbeite sechzehn Stunden so!
- Metapher
- Arbeite! Arbeit ist ein Mittel, Probat für Pestilenz und Not.
- Personifikation
- Nachts ja lacht das warme, Das Lager dir von faulem Stroh.
- Vergleich
- Gleich der Stirn der Rinder Ist ja die deine breit und dick.