Apollo von Belvedere
1813Göttlicher Sieger, du zürnst, dein Angesicht flammet von Unmuth? Ist′s, weil die bessere Welt, weil der Olymp dir entflohn? Ach dir nahen die Musen nicht mehr, du zürnst zu gewaltig, Ach das verdorbene Geschlecht schirmet Apollo nicht mehr.
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Interpretation
Das Gedicht "Apollo von Belvedere" von Wilhelm Friedrich Waiblinger ist eine Betrachtung des berühmten antiken Statuen-Apollos und thematisiert den vermeintlichen Zorn des Gottes. Der Sprecher fragt, ob Apollo wütend ist, weil die "bessere Welt", der Olymp, ihm entflohen ist. Dies deutet auf einen Verlust der göttlichen Sphäre und eine Entfremdung zwischen den Göttern und der Menschheit hin. Im zweiten Teil des Gedichts wird der Grund für Apollos Zorn näher erläutert. Die Musen, die Göttinnen der Künste, kommen ihm nicht mehr nahe, da er zu zornig ist. Zudem wird das "verdorbene Geschlecht" beschuldigt, Apollo nicht mehr zu schirmen oder zu beschützen. Dies impliziert, dass die Menschen ihre Verbindung zu den Göttern und zur Kunst verloren haben und somit für den Zorn des Apollos verantwortlich sind. Das Gedicht reflektiert somit über den Verlust der göttlichen Inspiration und den Verfall der künstlerischen und spirituellen Werte in der modernen Welt. Waiblinger drückt seine Enttäuschung über die Entfremdung zwischen Menschheit und Göttlichkeit aus und beklagt den Verlust der musischen und religiösen Verbundenheit. Die Statue des Apoll von Belvedere dient als Symbol für diese verlorene Verbindung und den Zorn der Götter über die moralische Verderbtheit der Menschen.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Apostrophe
- Göttlicher Sieger, du zürnst, dein Angesicht flammet von Unmuth?
- Hyperbole
- du zürnst zu gewaltig
- Interrogation
- Ist′s, weil die bessere Welt, weil der Olymp dir entflohn?
- Personifikation
- das verdorbene Geschlecht schirmet Apollo nicht mehr