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Apollo von Belvedere

Von

Göttlicher Sieger, du zürnst, dein Angesicht flammet von Unmuth?
Ist′s, weil die bessere Welt, weil der Olymp dir entflohn?
Ach dir nahen die Musen nicht mehr, du zürnst zu gewaltig,
Ach das verdorbene Geschlecht schirmet Apollo nicht mehr.

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Gedicht: Apollo von Belvedere von Wilhelm Friedrich Waiblinger

Kurze Interpretation des Gedichts

Das Gedicht „Apollo von Belvedere“ von Wilhelm Friedrich Waiblinger ist eine kurze, elegische Betrachtung über den Niedergang des Künstlerischen und Göttlichen in einer korrumpierten Welt. Es nimmt Bezug auf die berühmte antike Statue des Apoll von Belvedere, um die Verwandlung und den Verlust von etwas Großem zu beklagen.

Der erste Vers etabliert sofort die Erhabenheit und den Zorn des Apollo. Die Frage „Göttlicher Sieger, du zürnst, dein Angesicht flammet von Unmuth?“ deutet auf eine Unzufriedenheit des Gottes hin, eine Veränderung in seinem Wesen. Diese Veränderung wird im Gedicht als Reaktion auf den Zustand der Welt interpretiert. Der zweite Vers vertieft diese Interpretation mit der Frage, ob der Zorn des Apollo durch den Verlust der „besseren Welt“, des Olymps, ausgelöst wurde. Dies suggeriert, dass die Götter und ihre Werte von der Welt entfremdet wurden.

Die letzten beiden Verse verstärken den Eindruck des Verlusts und der Entfremdung. „Ach dir nahen die Musen nicht mehr, du zürnst zu gewaltig,“ deutet auf einen Verlust des kreativen Austauschs und der Inspiration hin. Die Musen, Symbole für Kunst und Kreativität, scheinen sich von Apollo abzuwenden. Der folgende Vers, „Ach das verdorbene Geschlecht schirmet Apollo nicht mehr,“ ist eine direkte Aussage über den Zustand der Welt. Das „verdorbene Geschlecht“ repräsentiert die Menschheit, die sich von den göttlichen und künstlerischen Idealen entfernt hat. Apollo, der einst Schutzpatron der Kunst und der Künste war, scheint machtlos und entfremdet.

Die Kürze und Einfachheit des Gedichts, verbunden mit den rhetorischen Fragen und Ausrufen, unterstreichen die Intensität des Verlustgefühls. Waiblinger schafft mit wenigen Worten ein eindringliches Bild des Niedergangs und der Entfremdung. Die Verwendung des antiken Apollo, einer Ikone der Schönheit und des Ideals, verstärkt die Tragik dieses Verlusts, da er die Schönheit, die Kunst und die Werte repräsentiert, die die moderne Welt nicht mehr zu schätzen weiß.

Weitere Informationen

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Lizenz und Verwendung

Dieses Gedicht fällt unter die „public domain“ oder Gemeinfreiheit. Gemeinfreiheit bedeutet, dass ein Werk nicht (mehr) durch Urheberrechte geschützt ist und daher von allen ohne Erlaubnis des Urhebers frei genutzt, vervielfältigt und verbreitet werden darf. Sie tritt meist nach Ablauf der gesetzlichen Schutzfrist ein, z. B. 70 Jahre nach dem Tod des Autors. Weitere Informationen dazu finden sich hier.