Antwort

Heinrich von Kleist

1777

Freund, du bist es auch nicht, den nackt zu erschauen mich jückte, Ziehe mir nur dem Apoll Hosen, ersuch ich, nicht an.

Anhören

Das Gedicht als Bild, zum Downloaden und Teilen

Illustration zu Antwort

Interpretation

Das Gedicht "Antwort" von Heinrich von Kleist beschäftigt sich mit dem Thema der menschlichen Verletzlichkeit und der Sehnsucht nach Schutz. Der Sprecher des Gedichts wendet sich an einen Freund und drückt aus, dass er nicht daran interessiert ist, diesen nackt zu sehen. Stattdessen bittet er darum, dass dem Apoll Hosen angezogen werden sollen. Diese Bitte kann als Metapher für den Wunsch nach Scham und Bescheidenheit interpretiert werden, die den Menschen vor der bloßen, ungeschützten Existenz bewahren sollen. Die Verwendung des Namens Apoll, des griechischen Gottes der Schönheit und Künste, unterstreicht die Idee, dass selbst die vollkommene Schönheit und Perfektion des Göttlichen nicht ohne die Verhüllung der Kleidung existieren kann. Die Kleidung wird hier als ein Symbol für die menschliche Kultur und Zivilisation gesehen, die den Menschen vor der rohen, unverfälschten Natur schützt. Das Gedicht legt nahe, dass die Nacktheit, sowohl im physischen als auch im metaphorischen Sinne, eine Quelle der Unbehaglichkeit und Verletzlichkeit ist. Insgesamt vermittelt das Gedicht die Vorstellung, dass der Mensch durch die Kultur und die gesellschaftlichen Konventionen geschützt wird. Die Bitte, dem Apoll Hosen anzuziehen, symbolisiert den Wunsch, die unverfälschte, nackte Wahrheit zu verbergen und sich stattdessen in den Schutz der menschlichen Zivilisation zu begeben. Es ist ein Plädoyer für die Bedeutung von Scham und Bescheidenheit als wesentliche Bestandteile der menschlichen Existenz.

Schlüsselwörter

freund nackt erschauen jückte ziehe apoll hosen ersuch

Wortwolke

Wortwolke zu Antwort

Stilmittel

Anspielung
Ziehe mir nur dem Apoll Hosen, ersuch ich, nicht an
Metapher
Freund, du bist es auch nicht, den nackt zu erschauen mich jückte