Antwort

Max von Schenkendorf

1817

Es ist kein falsches Wähnen, Kein loses Bilderspiel, Ein tief gewurzelt Sehnen Treibt mich nach meinem Ziel. Mögt ihr mich Träumer schelten, Beweinen muß ich euch, Will nicht mit Hohn vergelten, Und lad′ euch in mein Reich.

Ein Geist von oben dringet Durch alle Völker hin, Doch jeden Stamm bezwinget Sein eigner tiefer Sinn. Wie viel auch sind der Stufen Am Thron der Ewigkeit, Ein Volk ist hoch berufen Vor allen weit und breit.

Das ist das Volk im Herzen Der heil′gen Christenwelt, Das fester alle Schmerzen Und alle Freuden hält. Das ist ein Volk der Treue, Der Demuth und der Kraft, Das ist die Gottesweihe, Die Deutschlands Würde schafft.

Es kann das Herz nur eines, Ein einiges nur sein, Drum soll sich des Vereines Auch jeder Deutsche freun. Wenn wieder sich gestalten Das alte Deutschland soll, So sei es nicht zerspalten, Nicht schmach- und wundenvoll.

Ich weiß, an wen ich glaube, Ich kenn′ ein holdes Bild; Dem Teufel nicht zum Raube Wird, was mein Herz erfüllt: Von einem deutschen Throne, Von einem Eichenbaum, Der schirmend flicht die Krone - Das ist kein Dichtertraum.

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Interpretation

Das Gedicht "Antwort" von Max von Schenkendorf ist ein patriotisches Werk, das die Sehnsucht nach Einheit und Stärke des deutschen Volkes zum Ausdruck bringt. Der Dichter betont, dass diese Sehnsucht tief verwurzelt und kein flüchtiges Wunschbild ist. Er fordert die Kritiker auf, ihn nicht als Träumer zu beschimpfen, sondern sich ihm anzuschließen, um gemeinsam an einem besseren Deutschland zu arbeiten. Der zweite Teil des Gedichts beschäftigt sich mit dem Geist, der durch alle Völker dringt, aber in jedem Volk seinen eigenen tiefen Sinn findet. Schenkendorf betont, dass es ein Volk gibt, das vor allen anderen hoch berufen ist – das deutsche Volk. Dieses Volk wird als treu, demütig und stark beschrieben und als Träger der Gottesweihe und Würde Deutschlands dargestellt. Im letzten Teil des Gedichts wird die Einheit des deutschen Volkes als unerlässlich für die Wiederherstellung des alten Deutschlands betont. Schenkendorf ruft dazu auf, sich nicht entzweien zu lassen und nicht in Schmach und Wunden zu versinken. Er drückt seinen Glauben an eine bessere Zukunft aus, symbolisiert durch einen deutschen Thron und einen Eichenbaum, der die Krone schützt. Dies ist kein Dichtertraum, sondern eine feste Überzeugung des Dichters.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Alliteration
Dem Teufel nicht zum Raube
Apostrophe
Wird, was mein Herz erfüllt
Bildsprache
Der schirmend flicht die Krone
Hyperbel
Vor allen weit und breit
Kontrast
Nicht schmach- und wundenvoll
Metapher
Ein tief gewurzelt Sehnen
Parallelismus
Der Demuth und der Kraft
Personifikation
Ein Geist von oben dringet
Symbolik
Von einem deutschen Throne, Von einem Eichenbaum
Wiederholung
Ein Volk ist hoch berufen