Antwort eines trunknen Dichters

Gotthold Ephraim Lessing

1729

Ein trunkner Dichter leerte Sein Glas auf jeden Zug; Ihn warnte sein Gefährte: Hör′ auf! du hast genug.

Bereit vom Stuhl zu sinken, Sprach der: Du bist nicht klug; Zu viel kann man wohl trinken, Doch nie trinkt man genug.

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Interpretation

Das Gedicht "Antwort eines trunknen Dichters" von Gotthold Ephraim Lessing beschreibt eine Szene, in der ein betrunkener Dichter von seinem Begleiter ermahnt wird, mit dem Trinken aufzuhören. Der Dichter weist die Warnung jedoch zurück und behauptet, dass man zwar zu viel trinken kann, aber nie genug. In der ersten Strophe wird die Situation eingeleitet: Ein betrunkener Dichter leert sein Glas bei jedem Zug, während sein Begleiter ihn ermahnt, aufzuhören, da er bereits genug getrunken hat. Die zweite Strophe zeigt die Reaktion des Dichters, der bereit ist, vom Stuhl zu sinken, und seinem Begleiter vorwirft, nicht klug zu sein. Er behauptet, dass man zwar zu viel trinken kann, aber nie genug. Das Gedicht karikiert die typische Verhaltensweise von Trinkern, die oft ihre Grenzen überschreiten und sich selbst in Gefahr bringen. Der Dichter, der in seiner Trunkenheit seine eigene Situation nicht mehr richtig einschätzen kann, weist die Warnung seines Begleiters zurück und behauptet, dass man nie genug trinken kann. Diese Aussage ist ironisch, da der Dichter offensichtlich bereits zu viel getrunken hat und kurz davor ist, vom Stuhl zu sinken. Das Gedicht verdeutlicht die Selbstüberschätzung und die fehlende Selbstreflexion, die oft mit übermäßigem Alkoholkonsum einhergehen.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Ironie
Zu viel kann man wohl trinken, Doch nie trinkt man genug
Metapher
Ein trunkner Dichter leerte Sein Glas auf jeden Zug
Personifikation
Ihn warnte sein Gefährte