Antik und modern
1895Alte, neue Poesie, - Was ist d′rüber nicht zu lesen! G′rade so, als wären sie Eines nicht im tiefsten Wesen!
G′rade so, als wenn der Strahl, Den Horaz einst liebvoll hegte, Heute nicht wie dazumal In des Dichters Brust sich regte!
Laßt ihr Guten! immerhin Eure Silbenstecherfehde. Alt und neu hat keinen Sinn, Wenn von Ewigem die Rede!
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Interpretation
Das Gedicht "Antik und modern" von Betty Paoli beschäftigt sich mit der zeitlosen Natur der Poesie und der menschlichen Erfahrung. Die Autorin stellt die Vorstellung in Frage, dass alte und neue Poesie grundsätzlich verschieden seien. Sie argumentiert, dass die Essenz der Dichtung, symbolisiert durch den "Strahl", den Horaz einst pflegte, heute noch genauso in den Herzen der Dichter lebendig ist wie damals. Paoli betont die Kontinuität der poetischen Inspiration über die Jahrhunderte hinweg. Die Dichterin kritisiert die "Silbenstecherfehde", also den Streit zwischen Anhängern der antiken und der modernen Dichtung. Sie sieht diesen Konflikt als unnötig an, da er die ewigen und universellen Themen der Poesie aus den Augen verliert. Für Paoli hat die Unterscheidung zwischen alt und neu keine Bedeutung, wenn es um die ewigen und unveränderlichen Aspekte der menschlichen Existenz und des künstlerischen Ausdrucks geht. Abschließend lässt sich sagen, dass Paoli in ihrem Gedicht für eine Synthese und Anerkennung der zeitlosen Qualitäten der Poesie plädiert. Sie fordert die Leser auf, über die oberflächlichen Unterschiede zwischen antiker und moderner Dichtung hinauszublicken und die gemeinsamen Wurzeln und Ziele beider zu erkennen. Das Gedicht ist ein Appell für Einheit und Verständnis in der Welt der Literatur und Kunst.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Silbenstecherfehde
- Anapher
- G'rade so, als
- Gegensatz
- Alt und neu hat keinen Sinn
- Metapher
- Horaz einst liebvoll hegte
- Personifikation
- In des Dichters Brust sich regte