Ansturm

Richard Dehmel

1920

O zürne nicht, wenn mein Begehren dunkel aus seinen Grenzen bricht, soll es uns selber nicht verzehren, muß es heraus ans Licht!

Fühlst ja, wie all mein Innres brandet, und wenn herauf der Aufruhr bricht, je über deinen Frieden strandet, dann bebst du aber du zürnst mir nicht.

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Illustration zu Ansturm

Interpretation

Das Gedicht "Ansturm" von Richard Dehmel thematisiert die Intensität eines emotionalen Ausbruchs, der sich aus den Tiefen des Inneren Bahn bricht. Der Sprecher bittet seine/n Geliebte/n um Verständnis und Geduld, wenn seine Leidenschaft in Form eines "Ansturms" hervorquillt. Diese Leidenschaft ist so stark, dass sie droht, den Sprecher selbst zu verschlingen, wenn sie nicht an die Oberfläche gelangt. Das Bild des "Brandens" und "Aufruhrs" verdeutlicht die zerstörerische Kraft dieser Emotionen. Die zweite Strophe zeigt die Auswirkungen dieses emotionalen Ausbruchs auf die Beziehung. Die Leidenschaft des Sprechers "strandet" über den Frieden seiner/n Geliebten hinweg, was auf eine Art von emotionalem Tsunami hindeutet, der alles auf seinem Weg mitreißt. Trotzdem bittet der Sprecher um Verständnis und Akzeptanz, da er/sie weiß, dass die Geliebte/n diese Intensität spürt und sie nicht als Bedrohung, sondern als Ausdruck tiefer Gefühle wahrnimmt. Das Gedicht vermittelt die Ambivalenz starker Emotionen in einer Beziehung. Einerseits sind sie überwältigend und potenziell zerstörerisch, andererseits sind sie Ausdruck einer tiefen Verbindung zwischen den Liebenden. Die Bitte um Verständnis und die Anerkennung der geteilten Gefühle deuten auf eine tiefe Verbundenheit und das Wissen um die transformative Kraft der Liebe hin, die selbst die stürmischsten Emotionen überdauern kann.

Schlüsselwörter

bricht zürne begehren dunkel grenzen soll selber verzehren

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Stilmittel

Metapher
über deinen Frieden strandet
Personifikation
mein Innres brandet