Annemarie

Otto Erich Hartleben

1905

Deines Gartens armer Spatz zählet dir zum Ruhme jede ihm zur Winterzeit hingestreute Krume.

Und die Blumen unter sind des Glaubens mächtig, dass so Vieh– als Menschenvolk völlig niederträchtig.

Nur von dir erwarten sie jede seltne Güte, weil du deine Rose nicht brachtest, als sie blühte.

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Illustration zu Annemarie

Interpretation

Das Gedicht "Annemarie" von Otto Erich Hartleben thematisiert die Beziehung zwischen einer Frau namens Annemarie und ihrer Umgebung. Es zeigt, wie Annemaries Großzügigkeit und Güte von den Lebewesen in ihrem Garten wahrgenommen und geschätzt werden. Die Tiere und Pflanzen sehen in ihr eine Quelle der Güte und des Wohlwollens. In den ersten beiden Strophen wird Annemaries Fürsorge für die Tiere und Pflanzen in ihrem Garten dargestellt. Der Spatz zählt jede Krume, die sie ihm im Winter zuwirft, als einen Ruhm. Die Blumen glauben, dass alle Tiere und Menschen niederträchtig sind, aber von Annemarie erwarten sie jede seltene Güte. Dies verdeutlicht, wie sehr Annemaries Handlungen von ihrer Umgebung geschätzt werden. Die letzte Strophe bezieht sich auf eine Rose, die Annemarie nicht gepflückt hat, als sie blühte. Dies kann als Symbol für Annemaries Respekt vor der Natur und ihrem Wunsch, sie nicht zu stören oder zu beschädigen, interpretiert werden. Es zeigt auch ihre Fähigkeit, Schönheit und Wert in der Natur zu erkennen, ohne sie besitzen zu müssen. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine positive Botschaft über die Beziehung zwischen Mensch und Natur und die Bedeutung von Güte und Respekt.

Schlüsselwörter

jede gartens armer spatz zählet ruhme winterzeit hingestreute

Wortwolke

Wortwolke zu Annemarie

Stilmittel

Hyperbel
Nur von dir erwarten sie jede seltne Güte
Ironie
dass so Vieh– als Menschenvolk völlig niederträchtig
Metapher
weil du deine Rose nicht brachtest, als sie blühte
Personifikation
zählet dir zum Ruhme jede ihm zur Winterzeit hingestreute Krume