Angriff
1874Tücher Winken Flattern Knattern. Winde klatschen. Dein Lachen weht. Greifen Fassen Balgen Zwingen Kuß Umfangen Sinken Nichts.
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Interpretation
Das Gedicht "Angriff" von August Stramm ist ein expressionistisches Werk, das die Dynamik und den Rhythmus eines Angriffs durch eine Reihe von kurzen, prägnanten Wörtern und Bildern vermittelt. Die Zeilen beginnen mit "Tücher", die "Winken", "Flattern" und "Knattern", was eine Atmosphäre der Bewegung und des Chaos schafft. Der Wind, der "klatschen" lässt, verstärkt dieses Gefühl der Unruhe und des Aufruhrs. Das Lachen, das "weht", könnte als Ausdruck von Freude oder Wahnsinn interpretiert werden, was die Ambivalenz der Situation unterstreicht. Die folgenden Zeilen "Greifen Fassen Balgen Zwingen" beschreiben die körperliche Auseinandersetzung und den Kampf, der im Gedicht stattfindet. Die Wörter sind ohne Artikel oder Verben angeordnet, was den Eindruck von schnellen, aufeinanderfolgenden Aktionen vermittelt. Der "Kuß" und das "Umfassen" könnten als Momente der Intimität oder des Trostes inmitten des Chaos gesehen werden, bevor das Gedicht mit "Sinken" und "Nichts" endet. Dies könnte den Fall oder den Tod symbolisieren, der das Ende des Angriffs markiert. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine intensive und fragmentierte Darstellung eines Angriffs, bei dem die Grenzen zwischen Kampf, Leidenschaft und Zerstörung verschwimmen. Die knappen Worte und die fehlende traditionelle Syntax verstärken das Gefühl von Dringlichkeit und Verwirrung, das den Leser in die Mitte des Geschehens versetzt.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Winde klatschen
- Anapher
- Tücher Winken Flattern Knattern.
- Enjambement
- Kuß Umfassen Sinken
- Kadenz
- Kuß Umfassen Sinken Nichts
- Personifikation
- Winde klatschen