Anbetung der Hirten
1867Um Bethlehem ging ein kalter Wind, Im Stall war das arme Christuskind. Es lag auf zwei Büschel Grummetheu, Ein Ochs und ein Esel standen dabei.
Die Hirten haben es schon gewisst, Dass selbiges Kindlein der Heiland ist. Denn auf dem Felde und bei der Nacht Hat ′s ihnen ein Engel zugebracht.
Sie haben gebetet und sich gefreut, Und einer sagte: Ihr lieben Leut′, Ich glaub′s wohl, dass er bei Armen steht, Schon weil′s ihm selber so schlecht ergeht.
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Interpretation
Das Gedicht "Anbetung der Hirten" von Ludwig Thoma beschreibt die biblische Szene der Geburt Jesu Christi in Bethlehem. Der kalte Wind und der einfache Stall unterstreichen die bescheidenen Umstände der Geburt. Das Christuskind liegt auf einem Haufen Heu, begleitet von einem Ochsen und einem Esel, was die Armut und Einfachheit der Szene betont. Die Hirten, die als erste von der Geburt erfahren, werden von einem Engel auf dem Feld in der Nacht informiert. Ihre Reaktion ist geprägt von Gebet und Freude, was ihre tiefe religiöse Überzeugung und ihre Demut widerspiegelt. Die Hirten erkennen sofort die Bedeutung des Kindes als Heiland, was ihre spirituelle Einsicht und ihren Glauben zeigt. Ein Hirte äußert die Überzeugung, dass der Heiland den Armen besonders nahe steht, da er selbst in solch armen Verhältnissen geboren wurde. Diese Aussage unterstreicht das Thema der Barmherzigkeit und des Mitgefühls, das im christlichen Glauben zentral ist. Das Gedicht vermittelt somit eine Botschaft der Hoffnung und des Trostes für die Armen und Bedrängten.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Um Bethlehem ging ein kalter Wind
- Bildlichkeit
- Es lag auf zwei Büschel Grummetheu
- Direkte Rede
- Ich glaub's wohl, dass er bei Armen steht
- Ironie
- Schon weil's ihm selber so schlecht ergeht
- Metapher
- das arme Christuskind
- Personifikation
- Ein Ochs und ein Esel standen dabei