An ***

Betty Paoli

1850

Wie süß du meiner Seele bist, Ich weiß es nicht zu sagen! Was still in meinem Innern sprießt, Will nicht ans Licht sich wagen. Vom Lenze, der in meiner Brust Geweckt ein neues Leben, Vermag ich, wollend und bewusst, Den Schleier nicht zu heben.

Es sei! Wozu versucht ich auch Ihn absichtsvoll zu lüften? Du merkst den warmen Frühlingshauch An seinen linden Düften. In meinen feuchten Augen siehst Du Licht des Morgens tagen - Wie süß du meiner Seele bist Brauch’ ich dir nicht zu sagen!

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Illustration zu An ***

Interpretation

Das Gedicht "An ***" von Betty Paoli handelt von den tiefen, inneren Gefühlen der lyrischen Ich-Erzählerin gegenüber einer geliebten Person. Die Süße, die diese Person der Seele der Erzählerin verleiht, ist so überwältigend, dass sie kaum in Worte gefasst werden kann. Ein stilles Wachsen in ihrem Inneren deutet auf eine zarte, noch nicht vollständig bewusste Liebe hin, die sich nicht offen zeigen will. Die Metapher des Frühlings, der in der Brust der Erzählerin erwacht, symbolisiert die Erneuerung und das Aufblühen neuer Gefühle. Obwohl diese Gefühle bewusst wahrgenommen werden, bleibt ein Schleier der Unsicherheit oder Scheu bestehen, der nicht gehoben werden kann oder will. Die Erzählerin fragt sich, warum sie überhaupt versuchen sollte, diesen Schleier absichtlich zu lüften, da die geliebte Person die zarten Düfte und den warmen Hauch der aufkeimenden Liebe bereits spüren kann. Die feuchten Augen der Erzählerin, die das Licht des Morgens widerspiegeln, sind ein Zeichen für die Intensität ihrer Gefühle. Sie erkennt, dass es nicht notwendig ist, ihre Seele in Worte zu fassen, da die geliebte Person die tiefe Zuneigung bereits durch die subtilen Anzeichen und die Atmosphäre der aufkeimenden Liebe erfassen kann.

Schlüsselwörter

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Wortwolke

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Stilmittel

Metapher
In meinen feuchten Augen siehst Du Licht des Morgens tagen
Personifikation
Vom Lenze, der in meiner Brust Geweckt ein neues Leben