An + + +
1778Ach! so fühlst du ihn denn auch Diesen Glanz, so keusch und milde Wie des Schöpfers Lebenshauch Auf dem ersten Ebenbilde.
Also hob im ersten Tau, Wie ein Kind im Heiligtume, Auf des Paradieses Au Still ihr Haupt die erste Blume.
Ach! dies ist kein irdscher Glanz, Unerneuert, unverloren, Ewig aus dem Lichte ganz Vor der Sünde ausgeboren.
Dieses Weiß und dieses Rot Ist noch nie gerichtet worden, Keine Sünde und kein Tod Kann je dieses Leben morden.
Nie erröten wird dies Weiß, Dieses Rot wird nie erbleichen, Denn in diesen Farbenkreis Kann nicht Scham, nicht Schrecken reichen.
Aus dem Himmelgarten sind Diese tiefen Blumenfarben, Die zum Kranz das fromme Kind Nahm aus reifer Ähren Garben.
Diese Anmut ist kein Schein, Ist auch nicht der Glanz der Jugend; Nichts vermag so schön zu sein, Als der ewge Glanz der Tugend.
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Interpretation
Das Gedicht "An + + +" von Clemens Brentano ist ein Loblied auf die Reinheit und Unschuld, die in der Natur und besonders in der ersten Blume des Paradieses zum Ausdruck kommt. Der Dichter beschreibt den Glanz dieser Blume als keusch und mild, vergleichbar mit dem Lebenshauch des Schöpfers auf dem ersten Ebenbild. Diese Reinheit wird als ewig und unvergänglich dargestellt, unberührt von Sünde und Tod. In den folgenden Strophen betont Brentano die unveränderliche Schönheit dieser Blume, deren Weiß und Rot niemals durch Scham oder Schrecken getrübt werden können. Die Farben werden als aus dem Himmelgarten stammend beschrieben, was ihre göttliche Herkunft und ihre Unverderblichkeit unterstreicht. Der Dichter vergleicht die Anmut dieser Blume mit dem ewigen Glanz der Tugend und stellt sie über alle irdische Schönheit und Jugend. Das Gedicht endet mit der Aussage, dass nichts so schön sein kann wie der ewige Glanz der Tugend. Diese Schlussfolgerung unterstreicht die moralische Botschaft des Gedichts: Die wahre Schönheit liegt in der Reinheit und Unschuld, die aus der Tugend erwächst. Brentano vermittelt damit eine tiefere spirituelle Botschaft, die über die bloße ästhetische Betrachtung der Natur hinausgeht.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- hyperbel
- Nichts vermag so schön zu sein
- kontrast
- Keine Sünde und kein Tod
- metapher
- Dieses Weiß und dieses Rot
- personifikation
- Wie des Schöpfers Lebenshauch
- symbolik
- Erste Blume