An Werner
1806Deinen Geburtstag feirt als Gast der beschüßelten Tafel Mancher gnädiger Herr Ritter und Graf und Baron. Bürgerlich all anklingend befeuchten sie deinen Geburtstag: Keinem, o Werner, indess bist du ein Mann von Geburt.
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Interpretation
Das Gedicht "An Werner" von Heinrich Christian Boie ist eine satirische Auseinandersetzung mit den gesellschaftlichen Konventionen seiner Zeit. Es beschreibt, wie Werner seinen Geburtstag feiert und dabei von adligen Gästen umgeben ist. Die Anwesenheit von Rittern, Grafen und Barone unterstreicht den gesellschaftlichen Status und die Wichtigkeit, die dem Geburtstag beigemessen wird. Diese Gäste bringen ihre Bürgerlichkeit zum Ausdruck, indem sie den Geburtstag Werners mit ihrem Beifall und ihrer Anwesenheit würdigen. Die Ironie des Gedichts liegt jedoch in der Tatsache, dass Werner trotz der Anwesenheit dieser hochgestellten Persönlichkeiten als Mann von Geburt nicht anerkannt wird. Boie deutet an, dass der gesellschaftliche Rang und die Herkunft Werners nicht ausreichen, um ihn als würdig zu erachten, in ihrer Gesellschaft zu stehen. Dies wirft ein Schlaglicht auf die starren Klassenschranken der damaligen Zeit und die Bedeutung, die dem Adel beigemessen wurde. Die Kritik an der Gesellschaft wird durch die Verwendung des Begriffs "bürgerlich" verstärkt, der darauf hindeutet, dass die adligen Gäste ihre Herkunft und ihren Status als etwas Außergewöhnliches betrachten, obwohl sie selbst nicht frei von bürgerlichen Einflüssen sind. Boie nutzt diese Widersprüchlichkeit, um die Heuchelei und den oberflächlichen Charakter der gesellschaftlichen Hierarchien zu unterstreichen.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Deinen Geburtstag feirt als Gast der beschüßelten Tafel
- Kontrast
- Keinem, o Werner, indess bist du ein Mann von Geburt
- Metapher
- als Gast der beschüßelten Tafel