An unsern Iffland
1810Singt, Barden! singt Ihm Lieder, Ihm, der sich treu bewährt; Dem Künstler, der heut wieder In eure Mitte kehrt. In fremden Landen glänzen, Ist Ihm kein wahres Glück: Berlin soll Ihn umkränzen, Drum kehret Er zurück.
Wie oft saht ihr Ihn reisen, Mit furchterfüllter Brust. Ach! seufzten Volk und Weisen: Nie kehret unsre Lust! Nein Freunde, nein! und schiede Er mehrmal auch im Jahr, Daß Er euch gänzlich miede, Wird nie und nimmer wahr.
In Sturm nicht, nicht in Wettern Kann dieses Band vergehn; Stets auf geweihten Brettern Wird Er, ein Heros, stehn; Wird dort als Fürst regieren Mit kunstgeübter Hand, Und unsre Bühne zieren Und unser Vaterland!
Das Gedicht als Bild, zum Downloaden und Teilen

Interpretation
Das Gedicht "An unsern Iffland" von Heinrich von Kleist ist ein Loblied auf den Schauspieler und Theaterdirektor August Wilhelm Iffland. Es feiert seine Rückkehr nach Berlin und preist seine künstlerischen Fähigkeiten sowie seine Bedeutung für die deutsche Bühne. Das Gedicht beginnt mit einem Aufruf an die Barden, Iffland Lieder zu singen, der sich treu bewährt hat. Iffland wird als Künstler dargestellt, der trotz seines Glanzes im Ausland immer wieder nach Berlin zurückkehrt, weil ihm dort wahres Glück zuteil wird. Die Stadt soll ihn krönen, und er kehrt deshalb immer wieder zurück. In den folgenden Strophen wird Iffland als Reisender beschrieben, der oft mit furchterfüllter Brust aufbricht. Das Volk und die Weisen seufzen und befürchten, dass die Freude an seiner Rückkehr nie wiederkommen wird. Doch der Dichter beruhigt die Freunde und versichert ihnen, dass Iffland, selbst wenn er mehrmals im Jahr abreisen sollte, ihnen nie völlig fremd werden wird. Das Gedicht schließt mit der Betonung der unzerstörbaren Verbindung zwischen Iffland und seinem Publikum. Es heißt, dass selbst Sturm und Wetter dieses Band nicht zerstören können. Iffland wird als Held auf der Bühne stehen, als Fürst mit kunstgeübter Hand regieren und die deutsche Bühne sowie das Vaterland zieren.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Apostrophe
- Singt, Barden! singt Ihm Lieder, Ihm, der sich treu bewährt
- Hyperbel
- Stets auf geweihten Brettern Wird Er, ein Heros, stehn
- Metapher
- Wird dort als Fürst regieren
- Personifikation
- Ach! seufzten Volk und Weisen
- Symbolik
- Und unser Vaterland