An Swedenborg

Johanna Sophie Dorothea Albrecht

1840

Traurend fühlt ich unsers Wissens Mängel, Ach woher? wohin? da rief mein Engel, Den mir Gott zu meinem Leiter gab, Trockne deine Tränen, komm und höre Meines Swedenborgs erhabne Lehre Komm und lege deine Zweifel ab.

Und ich folgte seinem hohen Rufen, Wankte hin an deines Tempels Stufen Zitternd an des frohen Engels Hand, Du empfingst mich freundlich an der Schwelle, Führtest mich zur reinen Wahrheits-Quelle, Und die dichte Finsternis verschwand.

Daß ich ganz der Menschheit Würde kenne, Daß ich hohe Geister traulich nenne, Großer Mann! das alles dank ich dir, Daß ich mich von dieser Erde winde, Meine Welt im Unsichtbaren finde, Großer Mann! das alles dank ich dir!

Schwebe oft, du mein erhabner Meister, Aus den Fluren jener reinen Geister, Her zu deiner schwachen Schülerin; Daß ich mich an jener Spott nicht kehre, Die verkennen deine hohe Lehre, Leite mich zur wahren Weisheit hin.

Das Gedicht als Bild, zum Downloaden und Teilen

Illustration zu An Swedenborg

Interpretation

Das Gedicht "An Swedenborg" von Johanna Sophie Dorothea Albrecht ist eine tief empfundene Hommage an den schwedischen Philosophen und Mystiker Emanuel Swedenborg. Die Dichterin drückt ihre Bewunderung für Swedenborgs Lehren und deren transformierende Wirkung auf ihr eigenes Verständnis von Menschlichkeit und Spiritualität aus. Sie beginnt mit einem Gefühl der Trauer über die Mängel menschlichen Wissens und wird von ihrem Engel, den Gott ihr als Führer gab, dazu ermutigt, Swedenborgs erhabene Lehre zu hören und ihre Zweifel abzulegen. Die zweite Strophe beschreibt den Akt des Folgens des Engels Rufes und des Betretens des Tempels Swedenborgs, symbolisch für die Annahme seiner Lehren. Die Dichterin wird an der Schwelle empfangen und zur Quelle der reinen Wahrheit geführt, wodurch die dichte Finsternis des Zweifels und der Unwissenheit verschwindet. Dies ist ein Bild für die Erleuchtung und das Verständnis, das sie durch Swedenborgs Lehren erlangt hat. Im letzten Teil des Gedichts dankt die Dichterin Swedenborg für die Erweiterung ihres Wissens über die Würde der Menschheit und für die Fähigkeit, hohe Geister vertraut zu nennen. Sie drückt ihre Dankbarkeit dafür aus, dass sie sich von der irdischen Welt lösen und ihre Welt im Unsichtbaren finden kann. Die Dichterin bittet Swedenborg, als ihr erhabener Meister, oft aus den Gefilden der reinen Geister zu ihr zu schweben, um sie vor Spott zu bewahren und sie zur wahren Weisheit zu führen. Dies zeigt die tiefe Verehrung und den Respekt, den sie für Swedenborg und seine Lehren hat, sowie den Wunsch nach fortwährender Führung und Schutz vor Missverständnissen.

Schlüsselwörter

komm lehre hin reinen hohe geister großer mann

Wortwolke

Wortwolke zu An Swedenborg

Stilmittel

Alliteration
Trockne deine Tränen
Anapher
Daß ich ganz der Menschheit Würde kenne, Daß ich hohe Geister traulich nenne, Daß ich mich von dieser Erde winde, Meine Welt im Unsichtbaren finde
Apostrophe
Du empfingst mich freundlich an der Schwelle, Führtest mich zur reinen Wahrheits-Quelle
Hyperbel
Meine Welt im Unsichtbaren finde
Kontrast
Und die dichte Finsternis verschwand
Metapher
Meines Swedenborgs erhabne Lehre
Personifikation
da rief mein Engel