An Stefan Georges 50. Geburtstag12. Juli 1918

Unknown Author

1901

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Ernst Blass

An Stefan Georges 50. Geburtstag 12. Juli 1918

Ein seliger Hauch und tiefe Glockenstimmen, von seinen Tagen wundervoll gewährt, durchdringen eines schweren Traumes Glimmen mit Hoffnung, die befreit und neu ernährt. In öder Wetter dunkelstem Ergrimmen erstrahlt ein Glanz verklärend und verklärt, in strenger oder hingegebener Weise ein Leitstern auf der namenlosen Reise.

Der Dichter, der der Menschen Herz erschüttert, erhebt es auch aus tiefverworrener Schlucht. Die Kronen beugen sich, wenn es gewittert, verjüngter stehn sie nach der Donner Flucht. Das Herz wird ruhig, das genug gezittert im reinen Sturme der gestrengen Wucht. Es scheint der Sterne Wandel und Verbleib zu gleichen der Gedichte hehrem Leib.

Der grüne Lorbeer ewiglich bekränzet des Dichters Haupt. Schon wandelt die Gestalt, von einer andern Sonne rein geglänzet, auf schönen Pfaden ruhiger Allgewalt. Sein Werk hat die bedürftige Welt ergänzet, getreulich wuchs es auf, ein ganzer Wald; in flüchtiger Tage Hast und heftigen Mühn: ein Wald der Hoffnung und des ewigen Grün.

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Illustration zu An Stefan Georges 50. Geburtstag12. Juli 1918

Interpretation

Das Gedicht "An Stefan Georges 50. Geburtstag" von Ernst Blass ist eine Hommage an den Dichter Stefan George anlässlich seines 50. Geburtstags. Es beschreibt die transformative Kraft von Georges Dichtung, die den Leser aus der Tiefe des Traumes befreit und mit Hoffnung und Erneuerung erfüllt. Der Dichter wird als Leitstern auf einer namenlosen Reise dargestellt, der das Herz der Menschen erschüttert und erhebt. Seine Werke werden mit einem Wald verglichen, der in der Hast und Mühe des Alltags als Symbol für Hoffnung und ewige Erneuerung steht. Der zweite Teil des Gedichts würdigt die nachhaltige Wirkung von Georges Dichtung. Sie wird als reinigender Sturm beschrieben, der das Herz beruhigt und die Kronen der Bäume nach dem Gewitter erneuert. Die Gedichte werden als himmlischer Leib verglichen, deren Wandel und Bestand den Sternen gleichen. Der Lorbeer, der das Haupt des Dichters ewiglich kränzt, symbolisiert seine bleibende Bedeutung und seinen Einfluss auf die Welt. Im letzten Teil des Gedichts wird die Vollendung von Georges Werk betont. Seine Gestalt, von einer anderen Sonne gereinigt, wandelt auf Pfaden der Ruhe und Allgewalt. Sein Werk hat die bedürftige Welt ergänzt und ist wie ein ganzer Wald gewachsen. In der Hast und Mühe des Alltags steht dieser Wald als Symbol für Hoffnung und ewiges Grün. Das Gedicht schließt mit der Anerkennung von Georges bleibender Bedeutung und der transformativen Kraft seiner Dichtung.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Metapher
ein ganzer Wald
Personifikation
Die Kronen beugen sich, wenn es gewittert
Vergleich
Es scheint der Sterne Wandel und Verbleib zu gleichen der Gedichte hehrem Leib