An sich
1636Sei dennoch unverzagt! Gib dennoch unverloren! Weich keinem Glücke nicht, steh höher als der Neid, vergnüge dich an dir und acht es für kein Leid, hat sich gleich wider dich Glück, Ort und Zeit verschworen.
Was dich betrübt und labt, halt alles für erkoren; nimm dein Verhängnis an. Laß alles unbereut. Tu, was getan muß sein, und eh man dir′s gebeut. Was du noch hoffen kannst, das wird noch stets geboren.
Was klagt, was lobt man doch? Sein Unglück und sein Glücke ist ihm ein jeder selbst. Schau alle Sachen an: dies alles ist in dir. Laß deinen eitlen Wahn,
und eh du fürder gehst, so geh in dich zurücke. Wer sein selbst Meister ist und sich beherrschen kann, dem ist die weite Welt und alles untertan.
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Interpretation
Das Gedicht "An sich" von Paul Fleming handelt von der inneren Stärke und Selbstbeherrschung des Menschen. Der Sprecher ermutigt dazu, auch in schwierigen Zeiten standhaft zu bleiben und sich nicht vom Neid beeinflussen zu lassen. Stattdessen soll man sich selbst genügen und das eigene Schicksal annehmen, ohne Reue. Die Aufforderung, das zu tun, was getan werden muss, und die Hoffnung auf zukünftige Möglichkeiten, unterstreichen die Botschaft der Resilienz und des Optimismus. In der zweiten Strophe betont der Sprecher die Eigenverantwortung für das eigene Glück und Unglück. Es wird darauf hingewiesen, dass jeder sein Schicksal selbst gestaltet und dass alle Dinge in einem selbst liegen. Der Rat, den eitlen Wahn aufzugeben und sich selbst zu reflektieren, bevor man weitergeht, unterstreicht die Bedeutung der Selbstreflexion und der inneren Einkehr. Die letzte Strophe kulminiert in der Idee, dass die Beherrschung des eigenen Selbst der Schlüssel zur Beherrschung der Welt ist. Wer sich selbst beherrschen kann, ist der Herr über sich und somit über alles andere. Dieses Gedicht vermittelt eine Philosophie der Selbstbeherrschung und der inneren Stärke, die es dem Menschen ermöglicht, unabhängig von äußeren Umständen ein erfülltes Leben zu führen.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Schau alle Sachen an
- Antithese
- Was klagt, was lobt man doch?
- Chiasmus
- Sein Unglück und sein Glücke ist ihm ein jeder selbst
- Imperativ
- Sei dennoch unverzagt! Gib dennoch unverloren! Weich keinem Glücke nicht, steh höher als der Neid
- Metapher
- hat sich gleich wider dich Glück, Ort und Zeit verschworen
- Parallelismus
- Was dich betrübt und labt, halt alles für erkoren
- Personifikation
- Wer sein selbst Meister ist und sich beherrschen kann, dem ist die weite Welt und alles untertan