An Pamphilio

Bettina von Arnim

1920

Im Grase liegen! Im Regengeträufel Den Busen kühlen, Den heißen! Den du bewegst, Liebe, Träumende; Mich Träumer schiltst, Der dich nur träumt, Liebe.

Nicht stören Emse, Käfer, goldne Biene, Eurer finstern Vesten, Eurer sonnigen grünen Reiche Verständig Gewimmel; Nicht mich erhebend, Euch beugen, weiche Halme. Den rollenden Sand unter der Sohle, Dein Schweigen, Natur, nicht brechen. Nicht auf raschlendem Blatt Mit dem Griffel dich wecken, Genius! - Träumender! Schön ruhender! Dein Hauchen Abendwind! Überm Wasser! Traube! - Herbstbereifte! - Dein Feuer! Zu hauchen, mit schüchternen Lippen In ihren Hauch, Die meine Brust bewegt - Die Liebe!

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Illustration zu An Pamphilio

Interpretation

Das Gedicht "An Pamphilio" von Bettina von Arnim thematisiert die Sehnsucht nach der Natur und die Verbindung zur geliebten Person Pamphilio. Die Sprecherin möchte im Gras liegen und den Regen auf ihrer heißen Brust spüren, die durch die Liebe bewegt wird. Sie träumt von Pamphilio und wird selbst als Träumerin bezeichnet, die nur Pamphilio träumt. Die Sprecherin bittet die Insekten und die Natur, sie nicht zu stören und in ihrem natürlichen Rhythmus weiterzumachen. Sie möchte nicht aufstehen und die Halme beugen, sondern im Einklang mit der Natur verweilen. Die Stille der Natur soll nicht durch das Kratzen eines Stiftes auf einem Blatt unterbrochen werden, da die Sprecherin das Genie und die Schönheit der Natur nicht stören möchte. Die Natur wird als Genius und als etwas Schönes und Ruhendes beschrieben, das durch den Abendwind und das Wasser belebt wird. Die letzte Strophe drückt die Sehnsucht der Sprecherin aus, mit schüchternen Lippen in den Hauch der Natur zu hauchen, der ihre Brust bewegt - die Liebe. Die Natur wird als Traube und als herbstbereiftes Feuer beschrieben, was die Intensität und Leidenschaft der Liebe symbolisiert. Die Sprecherin möchte eins mit der Natur und der Liebe werden und in diesem Zustand verweilen.

Schlüsselwörter

liebe hauchen grase liegen regengeträufel busen kühlen heißen

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Stilmittel

Anapher
Im Grase liegen! Im Regengeträufel Den Busen kühlen, Den heißen!
Apostrophe
Nicht stören Emse, Käfer, goldne Biene
Hyperbel
Nicht mich erhebend, Euch beugen, weiche Halme
Metapher
Die Liebe!
Personifikation
Eurer finstern Vesten, Eurer sonnigen grünen Reiche Verständig Gewimmel
Symbol
Den rollenden Sand unter der Sohle