An Omphus

Friedrich von Hagedorn

1708

Erdichte stets: man gönnt dir das Vergnügen. Doch nur der Witz bringt der Erfindung Lob. Du täuschest dich, statt andre zu betrügen. Nimm Unterricht: dein Märchen ist zu grob; Beehre mich mit einer feinern Lügen.

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Interpretation

Das Gedicht "An Omphus" von Friedrich von Hagedorn thematisiert die Kunst der Erfindung und Täuschung. Der Sprecher fordert den Adressaten, Omphus, auf, stets neue Geschichten zu erfinden, da dies als Vergnügen angesehen wird. Doch der Sprecher betont, dass nur der Witz, also die geistreiche und originelle Art der Erfindung, Lob verdient. Der Sprecher kritisiert, dass Omphus sich selbst täuscht, anstatt andere erfolgreich zu täuschen. Im zweiten Teil des Gedichts rät der Sprecher Omphus, Unterricht zu nehmen, da seine Lügen zu grob und ungeschickt sind. Der Sprecher fordert Omphus auf, ihn mit einer feineren Lüge zu ehren, was darauf hindeutet, dass der Sprecher selbst ein Meister der Täuschung ist und Omphus unterrichten kann. Das Gedicht zeigt die Ambivalenz zwischen der Anerkennung von Erfindungsgeist und der Kritik an plumpen Lügen auf. Insgesamt vermittelt das Gedicht die Idee, dass die Kunst der Erfindung und Täuschung eine gewisse Finesse und Kreativität erfordert. Der Sprecher fordert Omphus auf, seine Fähigkeiten zu verbessern und seine Lügen raffinierter zu gestalten. Das Gedicht spielt mit der Grenze zwischen Wahrheit und Fiktion und zeigt die menschliche Neigung, sich selbst zu täuschen, anstatt andere erfolgreich zu manipulieren.

Schlüsselwörter

erdichte stets gönnt vergnügen witz bringt erfindung lob

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Stilmittel

Alliteration
Doch nur der Witz bringt der Erfindung Lob.
Hyperbel
Beehre mich mit einer feinern Lügen.
Imperativ
Nimm Unterricht: dein Märchen ist zu grob;
Metapher
Erdichte stets: man gönnt dir das Vergnügen.
Personifikation
Du täuschest dich, statt andre zu betrügen.