An Melint

Friedrich von Hagedorn

1708

Du willst, ich soll jetzt mit Cecil, Dem feinen Mann, Bekanntschaft machen. Du rühmest ihn: er spricht nicht viel, Hält Ordnung in den kleinsten Sachen, Liebt Häuslichkeit und flieht das Spiel. Er sagt recht höflich, was er meint; Er wird nicht, durch den Umgang, kühner. Wie sehr ist er dem Weine feind! Melint, so lob ich einen Diener, So lob ich niemals einen Freund.

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Illustration zu An Melint

Interpretation

Das Gedicht "An Melint" von Friedrich von Hagedorn beschäftigt sich mit den unterschiedlichen Erwartungen an einen Diener und einen Freund. Der Sprecher reagiert auf den Vorschlag seiner Gesprächspartnerin Melint, Bekanntschaft mit einem Mann namens Cecil zu schließen. Cecil wird als ein Mann beschrieben, der höflich, ordentlich und häuslich ist, aber auch als jemand, der nicht viel spricht und dem Alkohol abgeneigt ist. Diese Eigenschaften werden vom Sprecher als lobenswert für einen Diener, aber nicht für einen Freund angesehen. Die Kritik des Sprechers richtet sich gegen die Oberflächlichkeit und die mangelnde Tiefe in Cecil's Charakter. Die Tatsache, dass Cecil nicht viel spricht und "recht höflich, was er meint" sagt, deutet auf eine gewisse Distanz und Unnahbarkeit hin. Der Sprecher schätzt in einem Freund Offenheit, Tiefe und die Fähigkeit, sich auf eine tiefere Ebene einzulassen, was bei Cecil zu fehlen scheint. Die Betonung auf Cecil's Ordnungsliebe und Abneigung gegen das Spiel könnte als Zeichen für einen Mangel an Spontaneität und Lebensfreude interpretiert werden. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Gedicht die Werte und Erwartungen des Sprechers an Freundschaft und Dienstbarkeit kontrastiert. Während Cecil als idealer Diener mit seinen höflichen Manieren und seiner Zurückhaltung gelobt wird, fehlen ihm die Eigenschaften, die der Sprecher in einer Freundschaft schätzt. Das Gedicht regt zum Nachdenken über die Natur von Freundschaft und die Qualitäten an, die wir in verschiedenen Beziehungen suchen und schätzen.

Schlüsselwörter

lob willst soll cecil feinen mann bekanntschaft machen

Wortwolke

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Stilmittel

Hyperbel
Wie sehr ist er dem Weine feind!
Ironie
Du rühmest ihn: er spricht nicht viel, Hält Ordnung in den kleinsten Sachen, Liebt Häuslichkeit und flieht das Spiel.
Kontrast
So lob ich einen Diener, So lob ich niemals einen Freund.
Metapher
Melint, so lob ich einen Diener, So lob ich niemals einen Freund.