An meinen Zigarettenrauch
1883Gleite ins Weite und in die Höh! Adieu, du zartes Bleu Meines Zigarettenrauches, Der du so sanft entfliehst.
Wenn du ein zierliches Nasenloch siehst, Küß dem die Haare als Gruß meines Hauches.
Ob dich ein Höhendruck Zur Erde zurückschlägt, Eine Strömung, eines Windes Ruck Dich zu Himmelsglück trägt, – Finde das, was du erwartetest.
In dem hold gewürzten Augenblick, Da du aus mir startetest, Spielte Ziehharmonikamusik Ein Lieblingslied von mir: La paloma Und auf Schwingen dieser Volksweise Steigst du auf. Glückliche Reise! Aus Nikotin ins ewige Aroma.
Anhören
Das Gedicht als Bild, zum Downloaden und Teilen

Interpretation
Das Gedicht "An meinen Zigarettenrauch" von Joachim Ringelnatz ist eine poetische Abschiednahme von dem Rauch einer Zigarette. Der Rauch wird personifiziert und als zartes, sanft entfliehendes Wesen beschrieben, das ins Weite und in die Höhe gleitet. Der Sprecher wünscht dem Rauch eine gute Reise und hofft, dass er zierliche Nasenlöcher findet, um sie mit seinen Haaren zu küssen, als Gruß seines Hauches. Der zweite Teil des Gedichts reflektiert über das Schicksal des Rauchs, der entweder durch Höhendruck zur Erde zurückgeschleudert oder von einer Windströmung zu himmlischem Glück getragen werden könnte. Der Sprecher wünscht dem Rauch, das zu finden, was er erwartet hat. Der Augenblick des Aufsteigens des Rauchs wird als hold gewürzter Moment beschrieben, begleitet von Ziehharmonikamusik und dem Lieblingslied des Sprechers "La Paloma". Der Rauch steigt auf den Schwingen dieser Volksweise auf und beginnt seine glückliche Reise vom Nikotin ins ewige Aroma.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Apostrophe
- Gleite ins Weite und in die Höh! Adieu, du zartes Bleu meines Zigarettenrauches, Der du so sanft entfliehst.
- Hyperbel
- Einer Strömung, eines Windes Ruck Dich zu Himmelsglück trägt
- Metapher
- Aus Nikotin ins ewige Aroma
- Personifikation
- Wenn du ein zierliches Nasenloch siehst, Küß dem die Haare als Gruß meines Hauches.
- Symbolik
- Nikotin