An meine Mutter
1885Der reinste Demant dieser Erde, Das köstlichste, das reichste Erz, Die schönste Sonne aller Sonnen, Es ist das treue Mutterherz!
O Herz so tief, so unergründlich, O Herz so wahr, so gut, so rein - O ewig wie der Weltenlenker Kann nur die Mutterliebe sein!
Selbstsüchtig ist sonst jede Liebe, In ihrer Qual, in ihrem Glück, Sie gibt ihr Herz dir hin, doch fordert Sie auch dein Herz dafür zurück;
Nur einer Mutter großes Lieben Gibt sich dem Kinde ganz dahin Und fordert nicht, o, schon das Geben Ist überreichlich ihr Gewinn.
O Mutterherz, o Mutterliebe, Wer kann dich hier ermessen doch, Du Herz, ob auch vom Kind gebrochen, Im Sterben segnest du es noch!
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Interpretation
Das Gedicht "An meine Mutter" von Wilhelm Arent ist eine Ode an die bedingungslose Liebe und Selbstlosigkeit einer Mutter. Der Dichter vergleicht das Herz einer Mutter mit dem reinsten Diamanten, dem wertvollsten Erz und der schönsten Sonne, um ihre unermessliche Bedeutung und ihren Wert hervorzuheben. Er betont, dass die Mutterliebe ewig und unergründlich ist, ähnlich wie die Liebe des Schöpfers der Welt. Arent stellt die Mutterliebe den anderen Formen der Liebe gegenüber, die er als egoistisch beschreibt. Er argumentiert, dass andere Lieben zwar geben, aber auch etwas zurückfordern. Die Liebe einer Mutter hingegen ist selbstlos und gibt sich dem Kind vollkommen hin, ohne eine Gegenleistung zu erwarten. Das bloße Geben ist für eine Mutter bereits ein überreicher Gewinn. Im letzten Vers des Gedichts unterstreicht der Dichter die unerschütterliche Natur der Mutterliebe. Selbst wenn das Herz einer Mutter durch ihr Kind gebrochen wird, segnet sie es noch im Sterben. Dies verdeutlicht die bedingungslose und ewige Natur der Mutterliebe, die selbst in den schwierigsten Zeiten nicht erlischt.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- O Mutterherz, o Mutterliebe
- Antithese
- Sie gibt ihr Herz dir hin, doch fordert Sie auch dein Herz dafür zurück
- Hyperbel
- Nur einer Mutter großes Lieben Gibt sich dem Kinde ganz dahin
- Kontrast
- Selbstsüchtig ist sonst jede Liebe, In ihrer Qual, in ihrem Glück
- Metapher
- Du Herz, ob auch vom Kind gebrochen, Im Sterben segnest du es noch!
- Personifikation
- O Herz so tief, so unergründlich, O Herz so wahr, so gut, so rein
- Vergleich
- O ewig wie der Weltenlenker