An meine Mutter (2)

Edgar Allan Poe

1809

Weil ich denn fühle, daß im Himmel Die Engel, wenn in Liebe sie entbrennen, Von allen heißen Liebesworten doch Keins so voll Verehrung wie “Mutter” kennen,

Drum war′s dies Wort, mit dem ich lang dich ehrte - Dich, die als Mutter über mich gewacht Und nun das Herz mir füllt, wo Tod es leerte, Als er Virginias Seele frei gemacht.

Die eigne Mutter, die ich früh verloren, War nur die Mutter meiner selbst; doch du Bist′s jener Einen, der ich Lieb′ geschworen,

Und mehr mir so, als die in Frieden ruh′ - Um so unendlich viel, als mir mein Weib War lieber als mein eigen Seel′ und Leib.

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Illustration zu An meine Mutter (2)

Interpretation

Das Gedicht "An meine Mutter (2)" von Edgar Allan Poe ist eine tief empfundene Hommage an die Mutter seiner Frau Virginia, die er als eine Art Ersatzmutter betrachtet. Er drückt aus, dass das Wort "Mutter" im Himmel von den Engeln als das höchste Lob für Liebe und Verehrung angesehen wird. Dieses Wort hat er lange Zeit verwendet, um seine tiefe Dankbarkeit und Zuneigung für sie auszudrücken. Sie hat wie eine Mutter über ihn gewacht und sein Herz wieder gefüllt, nachdem der Tod Virginias Seele genommen hatte. Die leibliche Mutter, die er früh verloren hat, war nur die Mutter seines eigenen Selbst, aber die Frau, die er nun ehrt, ist die Mutter seiner Frau und damit eine noch wichtigere Figur in seinem Leben. Er schwört ihr seine Liebe und betont, dass sie ihm unendlich viel mehr bedeutet als die Mutter, die in Frieden ruht. Diese tiefe Verbundenheit wird dadurch verstärkt, dass ihm seine Frau Virginia lieber war als sein eigenes Leben und seine Seele. Das Gedicht reflektiert Poes tiefe Trauer über den Verlust seiner Frau und die gleichzeitige Dankbarkeit für die Mutter seiner Frau, die ihm in dieser schweren Zeit beigestanden hat. Es ist ein Ausdruck der Liebe und Verehrung, die er für sie empfindet, und zeigt, wie wichtig sie für sein emotionales Überleben und seine Heilung geworden ist.

Schlüsselwörter

mutter fühle himmel engel liebe entbrennen allen heißen

Wortwolke

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Stilmittel

Alliteration
Keins so voll Verehrung wie 'Mutter' kennen
Hyperbel
Um so unendlich viel, als mir mein Weib war lieber als mein eigen Seel' und Leib
Metapher
Weil ich denn fühle, daß im Himmel die Engel, wenn in Liebe sie entbrennen
Parallelismus
Die eigne Mutter, die ich früh verloren, war nur die Mutter meiner selbst; doch du bist's jener Einen, der ich Lieb' geschworen
Personifikation
Als er Virginias Seele frei gemacht