An meine Mutter (1)
1809Da mir gewiß ist, daß im Himmelsreich Die Engel, wenn sie glühend sich benennen Mit Liebesnamen, dennoch keinen kennen, Der den geweihten Lauten »Mutter« gleich - Geschah es längst, daß ich dich also hieß, Die, mehr als Mutter, mir im Herzen tief Die Stelle ausfüllt, die der Tod dir wies, Als er Virginias Geist von hinnen rief. Die eigene Mutter, die ich früh verloren, Als Kind, war eine Mutter mir allein; Doch du hast die Geliebte mir geboren, Und teurer als die Mutter meines Leibes Bist du mir, wie die Seele meines Weibes Mir mehr galt als der eignen Seele Sein.
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Interpretation
Das Gedicht "An meine Mutter" von Edgar Allan Poe ist eine tief empfundene Hommage an die Mutter seiner Frau Virginia. Der Autor betont die einzigartige und unersetzliche Rolle, die diese Frau in seinem Leben spielt. Er stellt klar, dass selbst im Himmel, wo Engel Liebesnamen tragen, keiner den heiligen Klang "Mutter" erreichen kann. Dies unterstreicht die besondere Bedeutung, die er ihr beimisst, die über die traditionelle Mutterrolle hinausgeht. Poe erinnert daran, dass er seine leibliche Mutter früh verloren hat und daher nur eine Mutter als Kind hatte. Doch die Frau, die er hier verehrt, hat ihm seine geliebte Virginia geboren. Diese Frau füllt eine tiefe Lücke in seinem Herzen, die durch den frühen Tod seiner Frau entstanden ist. Sie ist ihm nicht nur als Schwiegermutter wichtig, sondern auch als Ersatz für die Mutter, die er verloren hat. Der Autor vergleicht die Bedeutung dieser Frau mit der seiner eigenen Seele und der seiner Frau. Er stellt klar, dass sie ihm mehr bedeutet als seine leibliche Mutter und dass die Seele seiner Frau ihm mehr galt als seine eigene Seele. Dies verdeutlicht die tiefe emotionale Verbindung und die zentrale Rolle, die diese Frau in seinem Leben spielt. Das Gedicht ist eine ergreifende Liebeserklärung und ein Ausdruck tiefer Dankbarkeit für die bedingungslose Unterstützung und Liebe, die er von ihr erfahren hat.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anapher
- Die eigene Mutter, die ich früh verloren, Als Kind, war eine Mutter mir allein; Doch du hast die Geliebte mir geboren
- Hyperbel
- mehr als Mutter, mir im Herzen tief
- Metapher
- Die Stelle ausfüllt, die der Tod dir wies
- Paradox
- Und teurer als die Mutter meines Leibes / Bist du mir, wie die Seele meines Weibes / Mir mehr galt als der eignen Seele Sein
- Vergleich
- Bist du mir, wie die Seele meines Weibes