An M.
1883Der du meine Wege mit mir gehst, Jede Laune meiner Wimper spürst, Meine Schlechtigkeiten duldest und verstehst - Weißt du wohl, wie heiß du oft mich rührst? Wenn ich tot bin darfst du gar nicht trauern. Meine Liebe wird mich überdauern Und in fremden Kleidern dir begegnen Und dich segnen. Lebe, lache gut! Mache deine Sache gut!
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Interpretation
Das Gedicht "An M." von Joachim Ringelnatz ist ein tief empfundenes Liebesgedicht, das die tiefe Verbundenheit und Zuneigung des lyrischen Ichs zu seinem Gegenüber zum Ausdruck bringt. Die ersten Strophen verdeutlichen die Intimität und das Verständnis, das zwischen den beiden Personen besteht. Der Sprecher beschreibt, wie der Geliebte seine Wege mitgeht, jede Laune seiner Wimper spürt und seine Schlechtigkeiten duldet und versteht. Diese Zeilen verdeutlichen eine enge emotionale Verbundenheit und ein tiefes Verständnis füreinander. Die Frage "Weißt du wohl, wie heiß du oft mich rührst?" zeigt die Intensität der Gefühle des lyrischen Ichs. Es ist berührt und gerührt von der Liebe und dem Verständnis, das ihm entgegengebracht wird. Diese Zeile verdeutlicht die tiefe Dankbarkeit und das emotionale Erleben des Sprechers. In den folgenden Zeilen nimmt das Gedicht eine Wendung in Richtung Abschied und Tod. Der Sprecher fordert den Geliebten auf, nicht zu trauern, wenn er einmal stirbt. Stattdessen soll die Liebe des lyrischen Ichs über den Tod hinaus bestehen und in neuen Formen wiederkehren. Die Zeile "Meine Liebe wird mich überdauern und in fremden Kleidern dir begegnen und dich segnen" verdeutlicht den Glauben an die ewige Natur der Liebe und die Hoffnung auf eine Wiederkehr in anderer Gestalt. Der letzte Teil des Gedichts enthält eine Aufforderung an den Geliebten, weiterzuleben und zu lachen. Der Sprecher wünscht sich, dass der Geliebte sein Leben weiterhin gut meistert und seine Angelegenheiten erfolgreich bewältigt. Diese Zeilen zeigen die tiefe Fürsorglichkeit und den Wunsch des lyrischen Ichs nach dem Wohlergehen des Geliebten, selbst über den eigenen Tod hinaus. Insgesamt ist "An M." ein bewegendes Liebesgedicht, das die tiefe Verbundenheit und das Verständnis zwischen zwei Menschen zum Ausdruck bringt. Es thematisiert die Intimität der Beziehung, die Intensität der Gefühle und den Glauben an die ewige Natur der Liebe. Das Gedicht zeigt auch die Bereitschaft des lyrischen Ichs, den Geliebten nach seinem Tod weiterhin zu begleiten und zu segnen. Es ist ein Ausdruck tiefer Liebe und Fürsorglichkeit, der den Leser berührt und zum Nachdenken über die Natur der Liebe und des Abschieds anregt.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Antizipation
- Wenn ich tot bin darfst du gar nicht trauern
- Hyperbel
- Weißt du wohl, wie heiß du oft mich rührst?
- Imperativ
- Mache deine Sache gut!
- Metapher
- Und in fremden Kleidern dir begegnen
- Personifikation
- Jede Laune meiner Wimper spürst
- Symbolik
- Meine Liebe wird mich überdauern