An M. L. S.

Edgar Allan Poe

1922

Von allen, die dich preisen wie den Morgen, Die, wenn du fern bist, wähnen, es sei Nacht, Am Himmel erloschen sei die Sonne - Von allen, die dich unter Tränen segnen, Daß du die Hoffnung ihnen wiedergabst, Ja, mehr noch, ihren tief begrabenen Glauben An Wahrheit - Tugend - Menschlichkeit; Von allen, die vom Bette der Verzweiflung, Wo hingestreckt sie lagen, sich erhoben Bei deinem sanftgesprochnen Wort: »Es werde Licht!« Dem sanftgesproch′nen Wort, das sich erfüllte Im engelreinen Schimmer deiner Augen; Von allen, die dir danken, deren Dank Anbetung gleichkommt - o gedenke Des Wahrsten, innigst dir Ergebenen, Der, während er dies niederschreibt, erbebt zu denken, Daß er mit einem Engel Zwiesprach halte.

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Illustration zu An M. L. S.

Interpretation

Das Gedicht "An M. L. S." von Edgar Allan Poe ist eine tief empfundene Hommage an eine geliebte Person, die als Quelle des Lichts und der Hoffnung im Leben des Sprechers dargestellt wird. Die Anrede "An M. L. S." deutet auf eine persönliche Widmung hin, möglicherweise an eine reale Person, die für den Dichter von großer Bedeutung war. Der Sprecher vergleicht die Angebetete mit dem Morgen und beschreibt, wie ihre Anwesenheit die Dunkelheit vertreibt und die Sonne am Himmel erstrahlen lässt. Dieses Bild unterstreicht die transformative Kraft, die die Person auf das Leben des Sprechers ausübt. Die metaphorische Sprache, die von "Bett der Verzweiflung" und dem gesprochenen Wort "Es werde Licht!" spricht, deutet auf eine spirituelle oder religiöse Dimension hin, in der die Angebetete als Erlöserin oder Heilsbringer fungiert. Der Dichter betont die tiefe Dankbarkeit und Verehrung, die er für diese Person empfindet. Der Dank wird als "Anbetung" beschrieben, was die fast göttliche Verehrung, die der Sprecher für die Angebetete empfindet, unterstreicht. Der letzte Vers, in dem der Dichter zittert bei dem Gedanken, mit einem Engel zu sprechen, verdeutlicht die Ehrfurcht und die fast überwältigende Emotion, die der Kontakt mit dieser Person in ihm auslöst. Das Gedicht ist somit ein leidenschaftliches Zeugnis der Bewunderung und der tiefen emotionalen Verbundenheit des Dichters zu seiner Muse oder Geliebten.

Schlüsselwörter

allen wort preisen morgen fern wähnen nacht himmel

Wortwolke

Wortwolke zu An M. L. S.

Stilmittel

Allusion
bei deinem sanftgesprochnen Wort: »Es werde Licht!«
Bildsprache
von allen, die vom Bette der Verzweiflung, wo hingestreckt sie lagen, sich erhoben
Hyperbel
von allen, die dir danken, deren Dank Anbetung gleichkommt
Metapher
des Wahrsten, innigst dir Ergebenen
Personifikation
der, während er dies niederschreibt, erbebt zu denken, daß er mit einem Engel Zwiesprach halte
Symbolik
im engelreinen Schimmer deiner Augen