An Luise

Joseph von Eichendorff

1814

Ich wollt in Liedern oft dich preisen, Die wunderstille Güte, Wie du ein halbverwildertes Gemüte Dir liebend hegst und heilst auf tausend süße Weisen, Des Mannes Unruh und verworrnem Leben Durch Tränen lächelnd bis zum Tod ergeben.

Doch wie den Blick ich dichtend wende, So schön still in stillem Harme Sitzt du vor mir, das Kindlein auf dem Arme, Im blauen Auge Treu und Frieden ohne Ende, Und alles lass ich, wenn ich dich so schaue - Ach, wen Gott lieb hat, gab er solche Fraue!

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Illustration zu An Luise

Interpretation

Das Gedicht "An Luise" von Joseph von Eichendorff ist ein Loblied auf die stille Güte und die heilende Wirkung einer Frau namens Luise. Der Sprecher preist ihre wunderbare Güte, die ein halbverwildertes Gemüt liebend hegt und auf tausend süße Weisen heilt. Er bewundert ihre Fähigkeit, die Unruhe und das verworrene Leben eines Mannes durch Tränen lächelnd bis zum Tod ergeben zu begleiten. In der zweiten Strophe wendet der Sprecher seinen Blick dichtend und erblickt Luise, die still und in stillem Harme vor ihm sitzt, ein Kindlein auf dem Arm. In ihrem blauen Auge sieht er Treue und Frieden ohne Ende. Die Anwesenheit dieser Frau lässt den Sprecher alles andere vergessen, wenn er sie so anschaut. Er ist tief beeindruckt von ihrer Anmut und ihrem Einfluss auf sein Leben. Das Gedicht endet mit einer Aussage über die göttliche Gunst, die Luise zuteilwurde. Der Sprecher meint, dass Gott diejenigen, die er lieb hat, mit solch einer Frau beschenkt. Es ist ein Ausdruck der tiefen Dankbarkeit und Bewunderung für die Frau, die in seinem Leben eine so bedeutende Rolle spielt. Das Gedicht ist eine Hommage an die stille Stärke und die heilende Kraft der Liebe einer Frau.

Schlüsselwörter

wollt liedern oft preisen wunderstille güte halbverwildertes gemüte

Wortwolke

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Stilmittel

Anapher
Still in stillem Harme
Bildsprache
Das Kindlein auf dem Arme
Hyperbel
Tausend süße Weisen
Kontrast
Durch Tränen lächelnd
Metapher
Gab er solche Fraue
Personifikation
Ein halbverwildertes Gemüte
Symbolik
Blaues Auge Treu und Frieden