An Lina
1832Liebchen, kommen diese Lieder Jemals wieder dir zur Hand, Sitze beim Klaviere nieder, Wo der Freund sonst bei dir stand.
Laß die Saiten rasch erklingen, Und dann sieh ins Buch hinein; Nur nicht lesen! immer singen! Und ein jedes Blatt ist dein.
Ach, wie traurig sieht in Lettern, Schwarz auf weiß, das Lied mich an, Das aus deinem Mund vergöttern, Das ein Herz zerreißen kann!
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Interpretation
Das Gedicht "An Lina" von Johann Wolfgang von Goethe handelt von der Sehnsucht und Erinnerung an eine vergangene Liebe. Der Sprecher des Gedichts wendet sich an Lina, eine Frau, die er sehr geliebt hat. Er bittet sie, die Lieder, die er für sie geschrieben hat, wieder zu singen und dabei an die gemeinsame Zeit am Klavier zu denken. Die zweite Strophe beschreibt, wie Lina die Lieder singen soll. Sie soll die Saiten schnell erklingen lassen und ins Buch schauen, aber nicht lesen, sondern immer singen. Jedes Blatt des Buches soll ihr gehören. Dies deutet darauf hin, dass die Lieder eine tiefe emotionale Bedeutung für beide haben. In der letzten Strophe wird die Traurigkeit des Sprechers deutlich. Er betrachtet die Lieder in schwarz auf weiß gedruckt und empfindet sie als traurig. Er erinnert sich daran, wie Lina die Lieder aus ihrem Mund vergöttert hat und wie sie ein Herz zerreißen können. Dies zeigt die Intensität der Gefühle, die mit den Liedern verbunden sind, und die tiefe emotionale Verbindung zwischen dem Sprecher und Lina.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anapher
- Liebchen, kommen diese Lieder / Jemals wieder dir zur Hand, / Sitze beim Klaviere nieder, / Wo der Freund sonst bei dir stand.
- Imperativ
- Laß die Saiten rasch erklingen, / Und dann sieh ins Buch hinein; / Nur nicht lesen! immer singen!
- Metapher
- Schwarz auf weiß, das Lied mich an
- Personifikation
- Das aus deinem Mund vergöttern, / Das ein Herz zerreißen kann!