An Justinus Kerner

Hermann Rollett

1844

Wenn der Lenz im Thal erwacht, Da ergrünen frisch die Matten, Da entringt sich Licht und Schatten, Heben sich die Keime sacht.

Und der grüne Rosenstrauch Harret schon, gebognen Stengels, Auf des lichten Sonnenengels Ersten Liebesstralenhauch. —

Einst zog in mein junges Herz Holden Frühlings Luftgekose: Du der Stral — mein Herz die Rose, Die nun duftet himmelwärts.

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Interpretation

Das Gedicht "An Justinus Kerner" von Hermann Rollett ist ein Loblied auf die Erneuerung und die Schönheit des Frühlings. Es beschreibt die Erwachung der Natur im Tal, wo die Wiesen frisch ergrünen und Licht und Schatten sich entfalten. Die Keime heben sich sanft, und der grüne Rosenstrauch erwartet bereits den ersten Hauch der Liebe des lichten Engels der Sonne. In der zweiten Strophe zieht der Dichter eine Parallele zwischen der Erneuerung der Natur und der Erweckung seines eigenen Herzens. Einst, in seiner Jugend, zog die holde Frühlingsluft einen Kuss auf sein Herz. Der Dichter vergleicht sich selbst mit der Rose, die nun himmelwärts duftet, und den Frühlingsstrahl mit der Person, die diese Erweckung bewirkt hat. Es ist ein Gedicht voller Hoffnung, Liebe und der Schönheit des Lebens.

Schlüsselwörter

herz lenz thal erwacht ergrünen frisch matten entringt

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Stilmittel

Metapher
Die nun duftet himmelwärts
Personifikation
Harret schon, gebognen Stengels