An ihre Augen
1704Ich bin kein Adler nicht/ der deiner Sonnen Blincken/ Der deiner Wangen Glantz kan schauen unverwandt. Wann deiner Augen Glutt in meinen widerstralt/ Und ihrer Flammen Schein auff meine Wangen mahlt/ So müssen sie beschämt zur Erde niedersincken; Doch aber will ich nicht der scheuen Eule gleichen/ Die vor des Tages Zier erwehlt die braune Nacht; Ich eile nach dem Feur/ das mich zu Asche macht Verdirbt die Mücke gleich durch selbst-gesuchten Brand/ Der edle Phönix wird doch eben so zur Leichen.
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Interpretation
Das Gedicht "An ihre Augen" von Hans Aßmann Freiherr von Abschatz ist ein Loblied auf die Augen einer geliebten Frau. Der Sprecher vergleicht die Augen mit der Sonne und den Wangen mit ihrem Glanz. Er gesteht, dass er nicht wie ein Adler die Augen ohne zu blinzeln ansehen kann, da ihre Glut und Flamme ihn beschämen und zu Boden sinken lassen. Doch der Sprecher will nicht wie die ängstliche Eule die Nacht der Schönheit des Tages vorziehen. Stattdessen eilt er dem Feuer entgegen, das ihn zu Asche verbrennt. Er vergleicht sich mit der Mücke, die durch selbstverschuldeten Brand zugrunde geht, aber auch mit dem edlen Phönix, der aus seiner eigenen Asche wiedergeboren wird. Das Gedicht beschreibt die überwältigende Wirkung der Augen der Geliebten auf den Sprecher und seine Bereitschaft, sich ihr vollkommen hinzugeben, selbst wenn dies seinen Untergang bedeuten sollte.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Bildsprache
- Verdirbt die Mücke gleich durch selbst-gesuchten Brand
- Hyperbel
- Der edle Phönix wird doch eben so zur Leichen
- Metapher
- Ich bin kein Adler nicht/ der deiner Sonnen Blincken
- Personifikation
- Die vor des Tages Zier erwehlt die braune Nacht
- Symbolik
- Ich eile nach dem Feur/ das mich zu Asche macht
- Vergleich
- Doch aber will ich nicht der scheuen Eule gleichen