An ihn von ihr
1856Mit Muth hab ichs ertragen, Und habe kaum geweint - In gut und bösen Tagen Warst du mein bester Freund!
Nun soll ich dich vermissen, Du bist von mir so fern - In allen Kümmernissen Warst du mein treuer Stern!
Du bist hinweg gegangen Wohl übers weite Meer - Doch kenn ich dein Verlangen, Es zieht zu uns dich her!
O hätt ich, Freund, dich wieder, An meiner Hand und Brust - Ich sänge Freudenlieder, Wie ich sie nie gewußt!
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Interpretation
Das Gedicht "An ihn von ihr" von Ludwig Eichrodt handelt von einer tiefen emotionalen Verbundenheit und Sehnsucht nach einem geliebten Menschen, der fernab ist. Die lyrische Ich-Erzählerin drückt aus, wie sie in guten und schlechten Zeiten auf die Freundschaft und Unterstützung dieses Menschen bauen konnte. Sie beschreibt ihn als ihren besten Freund und treuen Begleiter durch alle Sorgen und Nöte, der wie ein Leitstern in ihrem Leben strahlte. In der zweiten Strophe wird die aktuelle Situation der Trennung thematisiert. Die geliebte Person ist weit weg, vermutlich über das Meer gereist. Doch die Erzählerin ist zuversichtlich, dass der Freund trotz der räumlichen Distanz immer noch zu ihr und ihrer Gemeinschaft hingezogen wird. Sie kennt sein tiefes Verlangen und sehnt sich danach, ihn wieder an ihrer Seite zu haben. Die letzte Strophe kulminiert in einem leidenschaftlichen Wunsch, den Freund zurückzugewinnen. Die Erzählerin imaginiert, wie sie ihn an ihrer Hand und an ihrer Brust halten würde, wenn er wieder da wäre. In seiner Gegenwart würde sie vor Freude Lieder singen, wie sie sie noch nie gekannt hat. Das Gedicht vermittelt eine tiefe Sehnsucht nach Wiedersehen und die Hoffnung, dass die Liebe und Freundschaft trotz der Trennung Bestand hat.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Hyperbel
- O hätt ich, Freund, dich wieder, An meiner Hand und Brust
- Kontrast
- Mit Muth hab ichs ertragen, Und habe kaum geweint
- Metapher
- In allen Kümmernissen warst du mein treuer Stern
- Personifikation
- In gut und bösen Tagen warst du mein bester Freund
- Symbolik
- Du bist von mir so fern - In allen Kümmernissen warst du mein treuer Stern